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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Gehirnforscher sagen Verhalten voraus


Gehirnscans durchschauen, was wir tun werden


Was wir uns vornehmen und was wir dann tatsächlich tun oder bleiben lassen – das passt häufig nicht zusammen. Den Gehirnforschern von der Universität von Kalifornien ist es jetzt gelungen, vorherzusagen, was Menschen wirklich tun, und zwar genauer, als dies die getesteten Personen selbst konnten.

Gute Vorsätze unter der Lupe

Die Psychologen Emily Falk und Matthew Lieberman testeten die Reaktionen von 20 Studienteilnehmern auf eine Gesundheitskampagne für Sonnenschutz, von der sie ihnen TV-Spots zeigten. Würden sie in der Woche darauf mehr Sonnencreme benutzen als sonst oder nicht? Und vor allem: Würden sie das tun, was sie selbst voraussagten?

Dazu maßen Falk und Lieberman die Gehirnströme der Teilnehmer im funktionellen Kernspin (fMRI) während sie sie befragten, nachdem sie die Spots gesehen hatten. Sie sollten angeben, was sie von Sonnenschutz hielten und wie oft sie in der nächsten Woche vorhatten, Sonnencremes zu verwenden. Wenn dabei eine bestimmte Hirnregion aktiv war – der mittlere präfrontale Cortex (MPFC) – konnten Falk und Lieberman vorhersagen, dass der betreffende Teilnehmer in der nächsten Woche mehr Sonnencreme benutzen würde, und zwar unabhängig davon, was er selbst sagte. Das zeigte sich eine Woche nach der Untersuchung, als die Teilnehmer erneut befragt wurden, wie häufig sie tatsächlich Sonnenschutz verwendet hatten.

Eigene Vorhersagen unzuverlässig

„Wenn man sich daran hält, was die Leute vorhersagen, dann stimmt davon weniger als die Hälfte“, sagt Emily Falk. „Wir können anhand der Gehirnscans bei drei Viertel der Leute richtige Vorhersagen machen. Das Gehirn zeigt also Dinge, die wir selbst gar nicht realisieren.“ Der MPFC, der den Forschern so viel verriet, liegt vorne am Gehirn, in etwa zwischen den Augenbrauen, und ist zuständig für Selbstreflexion. Dort denken wir darüber nach, was wir mögen, was uns gefällt, was nicht und über unsere Motivationen und Wünsche. Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit dazu beiträgt, Gesundheits- und Vorsorgekampagnen künftig erfolgreicher zu machen.


25.06.2010 | Von: Stefanie Grutsch