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Diagnosefinder
Gehirnveränderungen bei ADHS
Veränderungen im Mittelhirn bei Kindern entdeckt
Mit Hilfe eines neuen Ultraschallverfahrens haben Forscher bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) Veränderungen im Gehirn nachgewiesen. Von ADHS sind mehr als drei Prozent aller schulpflichtigen Kinder betroffen.
Diagnose bislang schwierig
ADHS ist eine Kombination von Aufmerksamkeitsproblemen, einer Aktivitätsstörung sowie erhöhter Impulsivität. Der Weg zur Diagnose ist schwierig, weil es gerade bei Kindern schwer fällt eine Grenze zwischen normaler Lebhaftigkeit und Krankheitserscheinung zu ziehen. Zudem sind die Leitsymptome bei jedem Patienten unterschiedlich ausgeprägt. Bislang sind keine harten Diagnosekriterien wie etwa bestimmte Laborwerte für die Erkrankung bekannt.
Was genau die Krankheit auslöst, ist Medizinern noch nicht klar. Nach heutigem Kenntnisstand sind Probleme bei der Reizübermittlung zwischen Hirnabschnitten ein Grund und die Tatsache, dass das Gehirn mache Informationen falsch verarbeitet. Eine zentrale Rolle spielt dabei der Botenstoff Dopamin, der vor allem im Mittelhirn gebildet wird.
Dopamin-sensible Region im Gehirn betroffen
Neurowissenschaftler aus Magdeburg und Winnenden konnten nun mit Hilfe eines speziellen Ultraschalls bestimmte Veränderungen im Mittelhirn bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS nachweisen. Mit diesem Verfahren untersuchten die Ärzte das Mittelhirn ohne Strahlenbelastung mit einer kleinen Schallsonde an der Kopfseite. Im Gegensatz zu anderen bildgebenden Verfahren birgt der Ultraschall dabei keine Strahlenbelastung für die Patienten. ADHS-Patienten mit besonders schweren Symptomen zeigten in der Untersuchung auch ein besonders starkes Signal des auf Dopamin reagierenden Kerngebiets in der schwarzen Hirnmasse. Das deutet auf eine Störung in dieser Gehirnregion hin, die zur verminderten Aufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität beitragen kann.
„Unsere Ultraschallmethode ist ein wichtiger methodischer Fortschritt in der ADHS-Forschung. Mit ihr können wir nun auch bei den jungen und unruhigen Kindern untersuchen, welche Hirnveränderungen charakteristisch für die unterschiedlichen ADHS-Formen sind“, sagt Kerstin Krauel von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Magdeburg. Das könnte zu einer sichereren Diagnose führen. Mit Hilfe der neuen Bildgebungstechnik, die keine Belastung für die Kinder bedeutet, hofft das Forscherteam außerdem auch den Ursachen der Erkrankung auf die Spur zu kommen.



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