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Diagnosefinder
Gen-Lizenz zum Schlafwandeln
Forscher entdecken Chromosomenfehler
Schlafwandler geistern nachts durch die Wohnung. Ganz ungefährlich ist das nicht: Ihnen drohen Stürze und Verletzungen. Auch für Angehörige kann die Nacht schnell zum Albtraum werden, wenn der Schlafwandler sie unbewusst angreift. Dass dieses Verhalten angeboren ist, beweisen erstmals US-amerikanische Wissenschaftler.
Vom Speichel zum DNA-Code
Schlafwandeln ist vor allem bei Kindern verbreitet. Weltweit gehen von ihnen etwa 10 Prozent nachts im Schlafanzug spazieren. Je älter die Kinder allerdings werden, umso weniger schlafwandeln sie. Daher ist später auch nur noch einer von 50 Erwachsenen von der Schlafstörung betroffen. Mediziner fanden in der Vergangenheit bereits etliche Hinweise darauf, dass Schlafwandeln in der Familie liegt.
Nun untersuchte ein Team der Washington University in St. Louis gezielt die Familiengeschichte einer 12-jährigen Patientin. In der Vier-Generationen-Familie des Mädchens schlafwandelten 9 von 22 Angehörigen. Um diesem offenbar vererbten Phänomen auf den Grund zu gehen, analysierten die Forscher die DNA der ganzen Familie. Dafür entnahmen sie Schleimhautzellen aus den Wangen. Das individuelle Muster der DNA sollte das Geheimnis um das Schlafwandeln lüften.
Schlafwandelrisiko von 50 Prozent
Beim Vergleich der DNA-Proben wurden die Forscher fündig – genauer beim Chromosom 20. Hier wich der genetische Code der schlafwandelnden Familienmitglieder deutlich vom üblichen Gen-Muster ab. Da alle Betroffenen den gleichen Chromosomenfehler besaßen, war den Forschern klar, dass Schlafwandeln vererbt wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder schlafwandelnder Eltern selbst nachts durch das Haus geistern, liegt bei 50 Prozent.
- Links:
- Die Schlafwandeln-Genstudie ist im Fachblatt "Neurology" online veröffentlicht.



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