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Diagnosefinder
Genmutation verstärkt Reizdarm
Betroffene reagieren empfindlicher
Auch ein gereizter Darm steht unter dem Einfluss der Gene. Liegt bei Patienten eine bestimmte Mutation vor, leiden diese stärker unter den Symptomen als diejenigen ohne die Mutation. Das berichten Genetiker aus Heidelberg und den USA in der Fachzeitschrift „Gastroenterology“.
Körperliche und psychische Symptome
In Deutschland leiden 15 Prozent der Menschen an einem Reizdarm. Dieser äußert sich nicht nur körperlich durch Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall, sondern auch durch psychische Beschwerden. Laut den Forschern kämpft die Hälfte der Patienten zusätzlich mit Angststörungen und Depressionen. Wie stark sich solche Symptome bemerkbar machen, lässt sich offenbar im Erbgut ablesen.
Genmutation erhöht Reizempfinden
Die Forscher analysierten das Genmaterial von 26 Patienten mit Reizdarmsyndrom und 29 gesunden Menschen. Im Vergleich der beiden Gruppen stießen die Forscher auf eine Mutation in dem Gen, das den Bauplan für den Serotonin-3-Rezeptor enthält. Dieses Eiweiß spielt eine wichtige Rolle in der Wahrnehmung von Schmerzreizen und von Gefühlen. Bei den Patienten, die diese Mutation tragen, reagierte der Darm sichtbar gereizter als bei den Patienten ohne die Mutation. Auch war das Gefühlsempfinden der Patienten deutlicher ausgeprägt. Das Gehirn – genauer gesagt der Mandelkern – verarbeitete die Schmerz- und Gefühlsreize also intensiver als üblich. Diese erhöhte Aktivität konnten die Forscher im Magnetresonanztomografen sichtbar machen: Sahen die Patienten mit der Genmutation Bilder mit emotionsgeladenen Gesichtern, nahm bei ihnen die Gehirnaktivität zu. Das könnte schließlich auch ein Grund sein, warum manche Patienten mehr mit psychischen Symptomen kämpfen als andere.
Therapieresistent durch Genmutation?
Treten Beschwerden wie Durchfall oder Depressionen verstärkt auf, können Medikamente wie Serotonin-3-Blocker die Symptome lindern – wenn sie wirken, was nicht bei jedem Patienten der Fall ist. Möglicherweise geht auch dieses Phänomen auf die Genmutation zurück. Ob das tatsächlich so ist, wollen die Forscher in kommenden Studien klären.



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