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Redaktion apotheken.de » Neurologie

Gentherapie bei Parkinson


Neues Gen im Gehirn lindert Beschwerden


Viele Parkinsonpatienten sprechen schlecht auf die Standardtherapie mit Medikamenten an. Ihnen könnte künftig eine Gentherapie helfen. Wie eine US-amerikanische Studie belegt, verbessert diese die Beweglichkeit der Betroffenen deutlich.

Vom Muskelzittern zum Muskelruhen

Wer an der Parkinson-Krankheit leidet, kämpft mit zitternden Muskeln. Dieses Muskelzittern entsteht, wenn eine bestimmte Region im Gehirn – der Nucleus subthalamicus – überaktiv ist. Der Nervenbotenstoff Gamma-Aminobuttersäure (GABA) dämpft diese Aktivität und lindert so das Muskelzittern. Bei den aktuell behandelten 16 Patienten wollten die Mediziner deshalb die GABA-Produktion anregen. Dazu schleusten sie mit Hilfe eines nichtinfektiösen Virus ein Gen in die Gehirnzellen der Patienten. Dieses Gen enthielt den Bauplan für das Eiweiß Glutaminsäure-Decarboxylase – ein Eiweiß, das nötig ist, damit die Gehirnzellen mehr GABA bilden können.

Sechs Monate später überprüften die Forscher, wie gut die Patienten auf die Therapie ansprachen. Das Muskelzittern nahm bei allen Behandelten deutlich ab. Ihre Beweglichkeit verbesserte sich um etwa 23 Prozent. Im Gegensatz dazu konnten sich die 21 Patienten der Kontrollgruppe – sie erhielten eine Scheinoperation – nur um 13 Prozent besser bewegen.  

Erste Studie mit Kontrollgruppe

Damit zeigt diese Studie erstmals, dass Parkinsonpatienten von einer Gentherapie profitieren. Andere Studien wiesen bereits darauf hin. Belegen konnten sie den Effekt jedoch nicht, da eine Kontrollgruppe fehlte. Der Grund dafür: Scheinoperationen sind unter Medizinern umstritten – nicht jeder möchte sie vornehmen. Für ein aussagekräftiges Ergebnis lassen sich solche Behandlungen aber nicht vermeiden. Die Scheinoperation in der Studie vertrugen die Patienten offenbar gut. Nach Aussagen der Forscher kam es nur zu leichten Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit.


17.03.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek