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Diagnosefinder
Gentherapie gegen Darmentzündung
Forscher entwickeln neue Therapie für kranke Kinder
Die Ursachen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sind weitgehend ungeklärt. Deshalb gibt es bisher keine wirklich effektive Therapie dagegen. Deutsche und englische Forscher haben nun gemeinsam einen Gendeffekt entdeckt, der die Erkrankung verursacht. Dank ihrer Erkenntnisse wurden bereits schwer kranke Kinder erfolgreich behandelt.
Ursache erstmals klar
Das Forscherteam um Professor Christoph Klein von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Professor Bodo Grimbacher vom Royal Free Hospital in London konnte Licht in die komplexen Zusammenhänge der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung bei Kindern bringen.
Heilung bei Kindern erfolgreich
Bei fünf Kindern, die bereits als Säuglinge schwere chronische Darmentzündungen bekamen, stellten die Wissenschaftler Veränderungen des Erbgutes fest. Diese Mutationen beeinflussen einen Mechanismus des Immunsystems, der dafür sorgt, dass die Darmbakterien vom Immunsystem unbehelligt funktionieren können. Der Gendeffekt stört diesen Mechanismus, so dass das Immunsystem die normale, gesunde Darmflora als fremd einstuft und bekämpft. Die Darmwand reagiert mit Entzündungen, bildet Fisteln und Eiteransammlungen.
Auf Grund ihrer Erkenntnisse entwickelten die Ärzte vom MHH eine neue Therapie: Sie tauschen gewissermaßen das Immunsystem aus, indem sie den kranken Kindern neue Blutstammzellen übertragen. So gelang es, den Gendefekt zu beheben, und die Kinder wurden wieder völlig gesund.
Ob sich die Forschungsergebnisse und die daran anknüpfende Therapie auch auf Erwachsene anwenden lassen, ist noch unklar. Die Hoffnung ist aber begründet, denn eine Transplantation von Blutstammzellen ist in jedem Alter möglich.



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