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Diagnosefinder
Gestörtes Selbstbild bei Magersucht
Hirnveränderungen bei Magersüchtigen entdeckt
Magersüchtige Frauen weisen Veränderungen im Gehirn auf, die Schuld an ihrem gestörten Selbstbild sein könnten. Forscher der Universität Bochum entdeckten, dass Gehirnbereiche, die die Selbstwahrnehmung steuern, bei Betroffenen eine deutlich geringere Dichte an grauen Zellen haben. Die Wissenschaftler vermuten, dass das der Grund ist, warum die Patientinnen sich selbst als dick wahrnehmen, obwohl sie objektiv untergewichtig sind. Die falsche Selbstwahrnehmung macht Magersucht so schwer zu behandeln, weshalb die Krankheit oft tödlich endet.
Gesunde schätzen sich schlanker ein
Die Forscher untersuchten 15 magersüchtige und 15 gesunde Frauen ähnlichen Alters. Alle 30 Frauen sollten zunächst am Computer ihre eigene Figur einer von mehreren unterschiedlich schlanken Silhouetten zuordnen. Danach taten dies zehn unabhängige weibliche Teilnehmerinnen – sie ordneten die 30 anderen Frauen anhand von Fotos einer passenden Silhouette zu. Der Vergleich der Einschätzungen belegt die verfälschte Selbstwahrnehmung der Patientinnen mit Magersucht: Während sich die gesunden Kontrollpersonen tendenziell schlanker einschätzten, ordneten sich die Magersucht-Patientinnen selbst korpulenteren Silhouetten zu, als dies die unabhängigen Frauen taten.
Auffälligkeiten in zwei Gehirnregionen
Nach diesem Experiment untersuchten die Wissenschaftler alle 30 Teilnehmerinnen im Kernspintomografen, der hoch auflösende Bilder ihrer Gehirne lieferte. Bei den magersüchtigen Frauen war das gesamte Gehirnvolumen verringert, in zwei Regionen jedoch besonders stark: Diejenigen, die für die visuelle Verarbeitung von menschlichen Körpern zuständig sind. „Diese Ergebnisse, die wir in dieser Studie zum ersten Mal gesehen haben, könnten eine Erklärung für das gestörte Körperbild von Magersucht-Patienten sein“, sagt Studienleiter Dr. Suchan. Zu klären bleibe, ob es sich bei den Gehirnveränderungen um eine Ursache oder vielmehr eine Folge der Magersucht handle.



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