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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Gesunde Ernährung auf dem Vormarsch


Die Deutschen kaufen weniger Fertiggerichte


Das Sortiment an Fertiggerichten in den Supermärkten wächst von Tag zu Tag. Dennoch griff im vergangenen Jahr jeder Dritte seltener zu Fertiggerichten als zuvor. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK. Besonders bei einem knappen Budget steigen die Bürger wieder auf Selbstgekochtes um.

Vor allem Junge greifen zu Fertigkost


Insgesamt nur sechs Prozent der über 1.000 Befragten gaben an, sich derzeit häufiger von Fertigkost zu ernähren. Doch für Jüngere scheinen Fertiggerichte zur Esskultur zu gehören. 15 Prozent der unter 30-Jährigen sagten, dass sie häufig welche essen. Gründe dafür sind die erhoffte Zeitersparnis aber auch mangelnde Kochkunst. Viele junge Leute haben nicht gelernt, sich selbst ein Essen zuzubereiten. Eine gesundheitsbewusste Ernährung beginnt aber schon in der Kindheit. „In Familien ist es wichtig, den Kindern Wissen über Nahrungsmittel zu vermitteln: wo sie wachsen, wie sie in der Natur aussehen, wie sie riechen und wirklich schmecken, wie sie sich anfühlen und wie sie zubereitet werden“, sagt Silke Willms, Ernährungswissenschaftlerin bei der DAK. Beispielsweise aus Gemüse eine echte Suppe zu kochen, macht Kindern Spaß. Erfahrungsgemäß schmeckt ihnen auch besonders gut, was sie selbst gemacht haben.

Teuer und ungesund


Zwar spricht nichts dagegen, hin und wieder die schnelle Variante „Fertiggericht“ zu wählen, doch auf Dauer leiden darunter Geldbeutel und Gesundheit. Menschen, die beim Einkauf aufs Geld achten, greifen deshalb auch seltener zu solcher Kost. 43 Prozent der Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro essen heute weniger oft Tiefkühlpizza und Rinderroulade aus der Folie als noch vor einem Jahr.

„Viele Fertiggerichte sind nicht nur teuer, sondern auch ungesund“, sagt Silke Willms. In ihnen steckt häufig zu viel Fett und zu wenig Gemüse. Vor allem die Art der Fette in Fertiggerichten ist ungesund. Um sie haltbar zu machen, werden sie gehärtet und dabei entstehen so genannte Trans-Fette. Sie beeinflussen den Cholesterinspiegel negativ und lassen das Blut leichter verklumpen. Damit sind sie ein echtes Gesundheitsrisiko für Konsumenten. Auch die großen Salzmengen in Fertigkost sind problematisch, da sie bei empfindlichen Menschen den Blutdruck erhöhen. Zudem enthalten Fertiggerichte oft Phosphate, die die Kalziumverwertung behindern. Da das Kalzium wichtig für den Knochenaufbau ist, drohen die Phosphate Erkrankungen wie Knochenschwund zu begünstigen. „Allergiker können außerdem auf Zusatzstoffe wie Aromen, Geschmacksverstärker und Farbstoffe reagieren“, sagt Willms.

In dieser Hinsicht ist das Ergebnis der Umfrage erfreulich. Dass die Deutschen im letzten Jahr weniger Fertiggerichte gegessen haben als zuvor deutet auf ein wachsendes Ernährungsbewusstsein hin. Dieses auch dem Nachwuchs zu vermitteln, lohnt sich.


26.11.2009 | Von: Stefanie Grutsch