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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Gesunde LED-Lampen nur ein Mythos?


Forscher entdecken Gefahren in LEDs


LED-Lampen gelten als ungefährlich. Sie enthalten kein Quecksilber und auch sonst keine giftigen Stoffe. Gehen sie kaputt, können sie einfach in den Restmüll geworfen werden. LEDs liefern das Licht der Zukunft – das zumindest vermitteln viele Hersteller den Verbrauchern. Forscher aus Kalifornien glauben daran aber nicht. Warum?

Blei statt Quecksilber

Das Team um Oladele Ogunseitan untersuchte jüngst, was genau in LED-Lampen steckt. Sie nahmen dafür bunte LEDs aus Lichterketten, Autoscheinwerfern sowie Rückleuchten und zerbrachen diese. Die Frage, die die Forscher dabei am meisten interessierte: Verbergen sich in den Bruchstücken Giftstoffe? Die Antwort lautet ja.

Quecksilber fanden sie in den LED-Glühlampen zwar nicht, dafür aber jede Menge Blei. Rote Lämpchen enthielten dabei achtmal mehr Blei als das Gesetz in Kalifornien erlaubt. Weiße Lämpchen waren hingegen weniger mit Blei belastet. Stattdessen jedoch fanden die Forscher viel Nickel. Auch giftiges Arsen konnten sie im Lampenbruch nachweisen.

LEDs bergen Gesundheitsgefahren

Eine Gesundheitsgefahr durch Quecksilber in LED-Lampen besteht somit nicht. Über Giftstoffe wie Blei, Nickel und Arsen verlieren Hersteller aber kein Wort. Dabei sind diese Stoffe nicht weniger ungesund. Sie können in hoher Dosis nicht nur Krebs verursachen, sondern auch Nerven- und Nierenschäden, Bluthochdruck oder Hautreizungen hervorrufen.

Was tun, wenn LEDs zerbrechen?

Wer LED-Lichterketten zu Hause hat, braucht jedoch nicht in Panik geraten, wenn diese mal kaputt gehen. Die Dämpfe, die von einzelnen zerbrochenen Lämpchen aufsteigen, führen nicht direkt zu Krebs. Sehr wohl aber können sie die Krebsentstehung fördern. Die Forscher empfehlen daher, beim Entsorgen von zerbrochenen LED-Glühlampen Handschuhe und eine Atemmaske zu tragen. Das verhindert, dass die Giftstoffe über die Haut oder die Atemwege in den Körper gelangen.

Außerdem sollten LED-Lämpchen nie in Kinderhände gelangen. Blei – so sagen die Forscher – schmecke nämlich süß. Kleine Kinder könnten daher die bunten Lichterketten-LEDs leicht mit Bonbons verwechseln.


17.02.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek