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Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz


Beschwerden des Bewegungsapparates am häufigsten


Arbeit macht oft krank: 2,4 Millionen Berufstätige in Europa leiden unter erwerbsbedingten Gesundheitsbeschwerden. Das entnimmt das statistische Bundesamt einer Untersuchung der EU zur Situation der Arbeitskräfte. Dabei wurden rund 80.000 EU-Bürger zu Arbeitsunfällen, Gesundheitsbeschwerden und psychischer sowie körperlicher Belastung am Arbeitsplatz befragt.

Rückenleiden sind am häufigsten

Bei der Untersuchung war vor allem die Selbsteinschätzung der Befragten und nicht der ärztliche Befund relevant. Die Berufstätigen klagen vor allem über Beschwerden am Bewegungsapparat: 2,6 Prozent der Befragten nannten als Ursache dafür Rückenleiden, Beschwerden an Nacken, Schulter, Armen und Händen sowie Probleme mit Hüfte und Beinen. Umgerechnet betrifft das knapp eine Million Arbeitskräfte in der EU. Auch psychische Belastungen spielen im Arbeitsalltag eine Rolle, etwa Stress und Beklemmungen.

Auswirkungen auf Arbeitsleistung

Diese arbeitsbedingten Beschwerden wirken sich auch auf die Arbeitsfähigkeit und somit auf die Wirtschaft aus. Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen, etwa 56 Prozent, fehlen mit arbeitsbedingten Gesundheitsbeschwerden 2 oder mehr Arbeitstage im Jahr. 21,7 Prozent mussten die Arbeit für 2 bis 9 Tage unterbrechen. Bei 2 Prozent der Berufstätigen sind die Beschwerden so schwerwiegend, dass sie ihre Arbeit voraussichtlich nie mehr aufnehmen können.

Alter spielt eine Rolle

Die Ergebnisse der Befragung zeigen auch, dass mit zunehmenden Alter die arbeitsbedingten Gesundheitsprobleme zunehmen. Das Geschlecht spielt dagegen keine Rolle. Frauen und Männer waren in gleichem Maße von Beschwerden am Bewegungsapparat betroffen. Umso mehr wirkt sich die Art der Tätigkeit auf die Gesundheit aus. Arbeitskräfte aus der Landwirtschaft und Fischerei klagten mit 10,9 Prozent am häufigsten über Beschwerden am Bewegungsapparat. Weit darunter liegen die Anteile bei Wissenschaftler und Führungskräften mit rund 3 Prozent. Betrachtet man hingegen die psychischen Auswirkungen der Arbeit, waren Wissenschaftler mit 14,4 Prozent am häufigsten betroffen, im Gegensatz zu 11 Prozent bei den anderen Berufsgruppen.

Insgesamt sieht die Mehrzahl der Erwerbstätigen in Deutschland die Arbeit aber nicht als gesundheitliche Belastung an. Trotzdem fühlt sich etwa jeder Zehnte am Arbeitsplatz körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt.


04.09.2009 | Von: Judith Kaiser