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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Gesundheitspolitik

Gesundheitswesen im Jahr 2050


Deutschland wird älter, kränker und teurer


Der demografische Wandel in Deutschland trifft in Zukunft vor allem das Gesundheitswesen. Schon in zehn Jahren wird es nicht nur zu wenig Geld sondern auch zu wenig Arbeitskräfte geben, um all die Alten und Kranken zu versorgen.

Immer mehr Alte, immer weniger Erwerbsfähige


Im Jahr 2020 erreichen die geburtenstarken Jahrgänge der ‚Babyboomer’ das Rentenalter. Die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen werden gravierend sein. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fritz Beske Instituts für Gesundheits-System-Forschung in Kiel. Sie untersucht 22 häufige Krankheiten und rechnet hoch, wie viele Deutsche im Jahr 2050 daran leiden werden. Im Vergleich mit 2007 gibt es dann zwar 16 Prozent weniger Deutsche geben, aber 38 Prozent mehr, die über 65 Jahre alt sind und sogar 156 Prozent mehr über 80-Jährige. Konkret: Von knapp 69 Millionen Deutschen werden fast 23 Millionen über 65 Jahre und 10 Millionen über 80 Jahre alt sein.

Für die Finanzierung des Gesundheitssystems ist das katastrophal. Denn gleichzeitig geht die Zahl der Erwerbsfähigen, die Sozialbeiträge zahlen, um 14,3 Millionen zurück. Damit sinkt auch die Zahl derer, die potenziell im Gesundheitswesen arbeiten können. Sie stehen immer mehr Pflegebedürftigen gegenüber: Bis 2050 wird es doppelt so viele Demenzkranke geben, insgesamt 2,2 Millionen. Auch die 21 anderen kostenintensiven Krankheiten, etwa Diabetes und Krebs, nehmen deutlich zu.

Versorgung muss schon heute geplant werden


“Es darf keine weitere Reform im Gesundheitswesen, keine neue Gesetzgebung mehr geben, die sich nicht daran orientiert, was an Problemen auf die Gesundheitsversorgung aufgrund der demografischen Entwicklung zukommt“, sagt Institutsleiter Fritz Beske. Der Wissenschaftler rechnet mit einer neuen Gesundheitsreform nach der Bundestagswahl und fordert, dass diese den demografischen Wandel berücksichtigt, was bisher nicht geschehen sei. „Die Planung für eine gesicherte Gesundheitsversorgung der heute 55-Jährigen muss jetzt beginnen. Lösungen sind nicht kurzfristig aus dem Boden zu stampfen“, sagt Beske.


26.08.2009 | Von: Stefanie Grutsch