Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Großstädte machen depressiv
Gehirne von Stadtmenschen anfälliger für Stress
Großstädte sind gefährlich für die Seele. Ihre Bewohner haben einen hektischen Alltag und leiden öfter an psychischen Erkrankungen als Menschen vom Land. Wie sozialer Stress die Gehirne von Stadtmenschen verändert, zeigen jetzt Forscher vom Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit.
Weltweit immer mehr Städter
Jeder zweite Mensch auf der Welt lebt heute in einer Stadt. Bis zum Jahr 2050 werden es über zwei Drittel sein. Gesundheitlich genießen Stadtmenschen viele Vorteile. Sie sind meistens wohlhabender und medizinisch gut versorgt. Für die Psyche ist das Stadtleben aber ungesund. Stadtbewohner leiden zu 21 Prozent öfter unter Angststörungen und zu 39 Prozent häufiger unter Depressionen. Das Risiko, an Schizophenie zu erkranken, ist für geborene Städter sogar doppelt so hoch wie für andere Menschen. Wissenschaftler glauben, dass dafür vor allem der soziale Stress verantwortlich ist, den das Stadtleben mit sich bringt. Der Psychiater Andreas Meyer-Lindenberg und seine Mitarbeiter haben diese Annahme nun mit einem Experiment überpfüft.
Stresstest in der Röhre
Um zu messen, wie sich Sress auf das Gehirn auswirkt, steckten die Forscher ihre Versuchsteilnehmer in einen Kernspintomografen. Dort mussten die Testpersonen unter Zeitdruck schwierige Rechenaufgaben lösen. Um den Stressfaktor noch weiter zu erhöhen, kritisierten die Wissenschaftler dabei ständig die Leistung der Teilnehmer. Das Ergebnis dieses Stresstests: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Größe des Orts, in dem ein Mensch aktuell lebt, und der Art, wie sein Gehirn auf Stress reagiert. Die Aktivität einer bestimmten Hirnregion – der so genannten Amygdala – war bei Großstädtern am höchsten und nahm umso weiter ab, je ländlicher der momentane Wohnort war. Die Amygdala – auch Mandelkern genannt – ist mitverantwortlich für Angsterkrankungen und Depressionen.
Stadtkinder langfristig gefährdet
Versuchsteilnehmer, die in Städten geboren und aufgewachsen sind, zeigten die höchste Aktivität in einer anderen Hirnregion, dem so genannten anterioren Zingulum. Diese Struktur reguliert die Amygdala und steht im Zusammenhang mit frühkindlichem Stress und der Verarbeitung negativer Emotionen. Wer in einer Großstadt aufwächst bleibt also auch dann psychisch anfälliger, wenn er später aufs Land zieht. Denn das Gehirn vergisst nicht, wo es seine Kindheit verbracht hat.



zurück