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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Schwangerschaft

Gymnastik stoppt den Baby-Blues


Sport verhindert Depressionen nach der Geburt


Einige Tage Baby-Blues nach der Geburt sind normal – doch bei manchen Frauen wird daraus eine richtige Depression. Um das zu verhindern, hat sich nun Gymnastik als wirksames Mittel erwiesen. Das berichten australische Forscher in der Fachzeitschrift „Physical Therapy“.

Gymnastik statt Infobroschüre


In den Tagen nach der Geburt leiden fast alle Frauen an Stimmungsschwankungen. Diese als Baby-Blues bezeichneten Verstimmungen gehen auf die Hormonumstellung durch das Ende der Schwangerschaft zurück. Der überwiegende Teil der Frauen erholt sich mit Zuspruch und Unterstützung schnell. Doch etwa 13 Prozent aller Mütter entwickeln eine ernsthafte Wochenbettdepression. Sie leiden unter Desinteresse, Angst, Hoffnungs- und Antriebslosigkeit sowie innerer Unruhe. Das Risiko, so eine Wochenbettdepression zu entwickeln, lässt sich mit Gymnastik in den ersten drei Monaten nach der Geburt deutlich reduzieren und verbessert insgesamt das Wohlbefinden junger Mütter. So das Ergebnis der australischen Studie an der Universität Melbourne.

Daran nahmen 161 werdende Mütter teil, die vor der Geburt ihres Kindes nie an Depressionen gelitten hatten. Die Hälfte von ihnen nahm nach der Geburt acht Wochen lang an einem Mutter-Kind-Gymnastikkurs mit Physiotherapeuten teil und bekam zusätzlich Elternkurse. Der anderen Hälfte gaben die Wissenschaftler nur Broschüren, die dieselben Informationen, wie sie in den Kursen vermittelt wurden, schriftlich enthielten. Mithilfe psychologischer Skalen maßen die Wissenschaftler am Kursende nach acht Wochen und noch einmal nach zwölf Wochen, wie sich das Wohlbefinden der Frauen entwickelte. So ermittelten sie, ob und welche depressiven Symptome auftraten und wie viel sich die Frauen bewegten.

Sportliche Vorsorge wirkt


„Die Gymnastikgruppe schnitt deutlich besser ab, was das Wohlbefinden und das Depressionsrisiko betrifft, als die Kontrollgruppe. Und der positive Effekt hielt auch noch vier Wochen nach Kursende an“, sagt Studienleiterin Emily Norman von der Universität Melbourne. Unter den sportelnden Müttern zeigten nur halb so viele Symptome einer Wochenbettdepression.

Bisher ist noch nicht sicher geklärt, was zu dieser seelischen Erkrankung führt. Häufiger betroffen sind Mütter, die schon vor der Schwangerschaft einmal depressiv waren. Weitere Risikofaktoren sind mangelnde Unterstützung durch das Umfeld, Geburtskomplikationen oder der übertriebene Wunsch, eine perfekte Mutter zu sein. Der extremste Verlauf dieser Depression – die Entwicklung einer Wochenbettpsychose – ist sehr selten. Dennoch sollten sich betroffene Frauen in jedem Fall professionelle Hilfe suchen. Die Depression lässt sich behandeln und nach einer Therapie ist ein Rückfall beim zweiten Kind unwahrscheinlich.


06.04.2010 | Von: Stefanie Grutsch