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Diagnosefinder
Heimliche Dickmacher
Lebensmittelhersteller verheimlichen Nährwertangaben
Leichte Kost oder versteckte Fettbombe? Das lässt sich bei vielen Lebensmitteln nur erahnen. Die Hersteller geizen mit den nötigen Angaben – oft sind sie unvollständig, oft fehlen sie ganz. Vor allem Zucker- und Fettgehalt werden verschwiegen. Das kritisieren die Verbraucherzentralen, die bundesweit über 3.500 Lebensmittel von mehr als 50 Herstellern untersucht hat.
Die wichtigsten Angaben fehlen
Aufgefallen ist dabei, dass gerade bei zucker- und fetthaltigen Lebensmitteln wie Milchprodukten, Wurst und Süßigkeiten die wichtigsten Angaben fehlen. Die kalorienreiche Kalbsleberwurst etwa wird ohne Kennzeichnung angeboten, der fettarme Schinken dagegen ist mit den Nährwerten ausgezeichnet. Bei Molkereiprodukten gibt es ähnliche Fälle, genau so bei Konfitüren in Bezug auf den Zuckergehalt.
Nur auf der Hälfte der überprüften Produkte waren alle acht wichtigen Nährwerte zu finden: Energiegehalt, also die Kalorien, Eiweiß, Kohlenhydrate, Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Natrium. Nur wer alle acht kennt, kann ein Produkt als Dickmacher entlarven, denn Fett ist nicht gleich Fett und Kohlenhydrat nicht gleich Kohlenhydrat: gesättigte Fettsäuren und Zucker sind besonders ungesund und wandern direkt in die Fettdepots.
"Leichte" Kalorienbomben
Besonders schlecht schnitten gerade bekannte Produkte von Markenherstellern ab. Vor allem solche, die in der Werbung als „leicht“ beworben werden: Schokoriegel mit Joghurt, Pralinen mit Kokos aber ohne Schokolade, Fruchtgummis und als „Fruchtaufstriche“ beworbene Konfitüren – sie alle strotzen von Fett oder Zucker, meist von beidem.
Discounter legen offenbar mehr Wert auf die Kennzeichnung der angebotenen Lebensmittel als Supermärkte. Bei Aldi fanden die Verbraucherschützer auf 94 von 100 Packungen alle acht Nährwertangaben. Sogar Hersteller, die sie sonst verschweigen, müssen ihre Produkte für Aldi ordentlich kennzeichnen. Dass Produkte überhaupt noch ohne Angaben im Regal stehen dürfen, liegt daran, dass es immer noch keine gesetzliche Verpflichtung gibt, Nährwertangaben auf Lebensmittelpackungen zu drucken. So lange das so bleibt, müssen kritische Verbraucher sich umständlich selbst informieren.
- Links:
- Mehr Informationen zu den getesteten Herstellern, Produkten und Händlern gibt es auf der Seite der Verbraucherzentrale Hamburg.




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