Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Februar - 2012
»
SMDMDFS
 
01
02
03
04
05
06
07
08
09
11
12131415161718
19202122232425
26272829 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » News des Tages

Hepatitis A in Rheinland-Pfalz


Ansteckungsgefahr für Urlauber und Einheimische


In den Landkreisen Altenkirchen und Neuwied im Westerwald ist die Hepatitis A, auch epidemische Hepatitis genannt, ausgebrochen. Mehrere Menschen sind an dieser infektiösen Leberentzündung erkrankt. Als Infektionsherd gilt ein gut besuchtes Eiscafe an einer vielbefahrenen Bundesstraße. Auch Urlauber, die im Sommer im Westerwald waren, können sich angesteckt haben.

Viele weitere Ansteckungen erwartet


Bis zum Montag war die Krankheit bei zehn Menschen ausgebrochen, zahlreiche weitere Ansteckungen werden erwartet, da die Krankheit sich leicht ausbreitet. Ausgelöst wurde die Infektion vermutlich durch infiziertes Speiseeis aus einem Eiscafe im Ort Horhausen. „Alle uns bisher gemeldeten Erkrankungsfälle haben Produkte aus diesem Eiscafe gegessen“, sagt Dr. Wolfgang Dörwald vom Gesundheitsamt Altenkirchen.

Krankheitsgefahr nicht nur in Rheinland-Pfalz


Bei Hepatitis A handelt es sich um eine Lebererkrankung, auch als Gelbsucht bekannt, die von den Hepatitisviren A ausgelöst wird. „Bisher sind vor allem Kinder und Jugendliche erkrankt“, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch ein neunjähriges Mädchen aus Bayern, das mit seiner Familie im August im Westerwald Urlaub gemacht hatte, hat sich in dem Eiscafe an der B256 angesteckt. Deshalb wissen die Behörden, dass die Ansteckungsgefahr ab Mitte August bestand. „Wer ab dieser Zeit Produkte aus diesem Cafe verspeist hat, der könnte sich angesteckt haben. Da das Eiscafe gut besucht ist und an einer viel befahrenen Bundesstraße liegt, müssen wir mit weiteren Erkrankungsfällen rechnen – wahrscheinlich nicht nur aus der Umgebung“, sagt Dörwald.
Krankheitsfälle gibt es inzwischen auch an mehreren Schulen. Drei Schulen im Landkreis Altenkirchen wurden für einen Tag geschlossen, um allen Schülern die Möglichkeit zur Impfung gegen Hepatitis A zu geben. Der Landkreis hat bereits über 2.000 Impfdosen bestellt.

Ansteckungsgefahr besonders tückisch


Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch verunreinigtes Wasser und Lebensmittel, die damit in Kontakt gekommen sind. Die Infizierten scheiden die Viren mit dem Stuhl aus, deshalb ist strenge Hände- und Toilettenhygiene besonders wichtig. Sonst besteht die Gefahr einer Schmierinfektion, bei der die Erreger aus dem Stuhl über Hände und sonstigen Körperkontakt weiterverbreitete werden. „Besonders tückisch ist, dass die Betroffenen bereits mehrere Tage vor Ausbruch der Krankheit hoch ansteckend sind“, heißt es beim BVKJ. Zu ersten Krankheitssymptomen kommt es erst zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung. Erste Anzeichen sind Fieber, Müdigkeit und Übelkeit. Später entwickelt sich eine Gelbsucht, wird der Urin dunkel und der Stuhl verliert an Farbe.

Das Risiko, dass die Krankheit gefährlich verläuft, steigt mit dem Alter. Erkrankte über 40 Jahren sterben in 2 bis sechs Prozent der Fälle. Deshalb wird auch abgesehen von solchen akuten Ausbrüchen eine Impfung der gesamten Bevölkerung empfohlen, die allerdings nicht alle Kassen bezahlen.


06.10.2009 | Von: Stefanie Grutsch