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Diagnosefinder
Herpesmittel in der Schwangerschaft
Aciclovir birgt kein Risiko für Fehlbildungen des Embryos
Nach Tierexperimenten sind Herpesmedikamente, so genannte Virostatika wie beispielsweise Aciclovir, in Verdacht geraten, den Embryo in der Frühschwangerschaft zu schädigen. Eine dänische Untersuchung, die nachträglich die Daten vieler Frauen und Neugeborener analysiert, gibt jetzt Entwarnung. Schwangere, die Aciclovir oder vergleichbare Virostatika wie Valaciclovir und Famciclovir erhalten hatten, bekamen demnach nicht häufiger fehlgebildete Kinder.
Kein Hinweis auf erhöhtes Risiko
Infektionen mit Herpesviren sind häufig, gerade bei jungen Menschen und werden standardmäßig mit Virostatika behandelt. Würden diese tatsächlich den Embryo in der Frühschwangerschaft schädigen, wäre die größte Gefahr, dass sie bei jungen Frauen eingesetzt werden, noch bevor die Schwangerschaft bekannt ist. Dass diese Sorge unbegründet ist, legt nun die dänische Analyse der Daten von über 800.000 Geburten nahe.
Davon hatten rund 1.800 Frauen in der Frühschwangerschaft eines der fraglichen Herpesvirostatika, meist Aciclovir, genommen. 40 der Kinder, das sind 2,2 Prozent, kamen mit einem Geburtsfehler zur Welt. Von den Frauen, die den Medikamenten nicht ausgesetzt waren, gebaren 2,4 Prozent ein Kind mit Geburtsfehler. Das lässt darauf schließen, dass die Virostatika das Risiko nicht erhöhen. Ein begleitender Kommentar zur Studie sowie das Deutsche Ärzteblatt geben allerdings zu bedenken, dass das Ergebnis nicht absolut sicher ist, da die Zahl der Fälle zu gering sei und leichte Schäden übersehen werden könnten.
- Links:
- Die Studienergebnisse erschienen online in der Fachzeitschrift „JAMA“ (Englisch).



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