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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Herstellung von Jeans wird grüner


Textilforscher entwickeln umweltfreundliche Methode


Blue-Jeans heißt sie – das Beinkleid aus dem indigoblauen Denimstoff. Was früher die Hose der Arbeiter war, ist heute ein salonfähiges Kleidungsstück. Nicht selten kommt die Blue-Jeans auch gebleicht daher. Dafür allerdings riskieren viele Textilarbeiter ihre Gesundheit. Das könnte sich ändern: Forscher der Universität Innsbruck haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Jeans schonender färben und bleichen lässt.

Globales Beinkleid

Fast überall auf der Welt tragen die Menschen Jeans. Laut dem Textilforscher Thomas Bechtold werden weltweit jedes Jahr geschätzte drei Milliarden Laufmeter Stoff und mehr als vier Milliarden Kleidungsstücke aus Denim produziert.

Bevor die fertige Jeans im Laden landet, muss der Denimstoff noch einige Prozeduren über sich ergehen lassen. Zunächst stecken Färber sie in große Waschmaschinen, in denen das Indigo zusammen mit farbstabilisierenden Chemikalien die Hose umspült. Danach steht das Bleichen an – auch dort geht nichts ohne Chemikalien. Meistens kommen Mittel wie Natriumhypochlorit zum Einsatz. Üblich ist auch das Sandstrahlen. Damit lassen sich aus nagelneuen Jeans Hosen fertigen, die aussehen als seien sie schon getragen.

Feinstaub – Gift für die Lungen

Der feine Staub, der dabei entsteht, ist Gift für die Lungen der Sandstrahler. Tief in den Lungenästen setzt sich der Feinstaub fest und verursacht schwere Atemwegserkrankungen. In Deutschland ist dieses Verfahren verboten. In anderen Jeans produzierenden Ländern wie Bangladesch, China, Brasilien, Mexiko oder der Türkei jedoch nicht.

Paste auf die obere Stoffschicht

Typischerweise färbt sich Denim-Stoff nur an der Oberfläche blau. Die Innsbrucker Forscher haben nun eine Paste entwickelt, die genauso gut färbt wie Indigo, aber umweltfreundlicher und gesünder sein soll. Nach Meinung der Forscher benötigen Färber dank der Paste weniger Chemikalien und können damit auch das Sandstrahlen ersetzen. So schütze das neue Verfahren die Gesundheit der Textilarbeiter und die Umwelt gleichermaßen.

Das Patent für die neue Färbemethode haben die Forscher bereits in der Tasche. Nun wollen sie das marktreife Modell an die Textilfirmen bringen. Nach eigenen Angaben ist die erste Kooperationsvereinbarung bereits unter Dach und Fach. Wer weiß, vielleicht hängt ja auch bald in deutschen Läden die neue alte Blue Jeans.


03.05.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek