Notdienstapotheken
Serviceapotheken
Apotheken
Ärztliche Bereitschaft
Giftnotruf

Gesund leben | Vorsorge

Eltern und Kind

Gesundheit und Politik

Krankheiten | Therapie

Premium Gesundheitsinfos

Archiv

«
Mai - 2012
»
SMDMDFS
 01
02
03
04
05
06
07
08
09
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
2728
29
30
31
 

Diagnosefinder

diagnosefinder
Medizinlexikon
A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Twitter
 
Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Herzinfarkt liegt in der Familie


Eltern vererben Risiko


Kindern, deren Eltern schon mal einen Herzinfarkt erlitten, droht das gleiche Schicksal. Sie haben im Vergleich zu nicht vorbelasteten Kindern ein doppelt so hohes Risiko zu erkranken. Das ergab jetzt eine internationale Herzinfarktstudie.

Risiko gilt generell

Ältere Studien wiesen bereits darauf hin, dass Eltern das Risiko für einen Herzinfarkt an ihre Kinder weitergeben. Diese Daten bezogen sich jedoch immer nur auf einen kleinen Teil der Weltbevölkerung. Nun untersuchten kanadische Forscher um Salim Yusuf erstmals, ob das familiäre Risiko auch für die restlichen Bevölkerungsgruppen gilt. Dafür werteten sie Daten von 12.000 Patienten aus. Diese kamen aus 52 Ländern und hatten zwischen 1999 und 2003 einen Herzinfarkt erlitten. Diese Patientendaten verglichen die Forscher dann mit Daten von 15.000 Studienteilnehmern, die nicht erkrankt waren.

Wie sich zeigte, hatten bei 18 Prozent der Herzinfarktpatienten auch die Eltern einen Herzinfarkt gehabt. In  der nicht erkrankten Kontrollgruppe betraf das 12 Prozent. Damit war das Risiko, familiär bedingt einen Herzinfarkt zu erleiden, etwa 1,5-mal größer. Bezogen die Forscher andere Einflussfaktoren wie Alter und Geschlecht ein, erhöhte sich dieses Risiko auf fast das Zweifache. Dabei – so stellten sie fest – spielte es keine Rolle, ob die Mutter oder der Vater einen Herzinfarkt hatte. Erkrankten jedoch beide, so erhöhte sich die Gefahr nochmals deutlich. Das Gleiche war auch der Fall, wenn der Herzinfarkt die Eltern vor dem 50. Lebensjahr ereilte.

Familiengeschichte als Diagnosekriterium

Da die Forscher die erhöhte Herzinfarktrate nicht auf andere Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und Übergewicht zurückführen konnten, schließen sie hier auf den Einfluss erblicher Faktoren. Denkbar sei auch, dass es sich um ein erlerntes Phänomen handelt. Das heißt, die Kinder übernehmen möglicherweise Verhaltensweisen von den Eltern, die – unabhängig von den gängigen Risikofaktoren – die Herzinfarktgefahr beeinflussen. Doch egal, ob vererbt oder erlernt: Die Familiengeschichte ist von hohem diagnostischem Wert.


31.01.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek