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Herzinfarkt: Sofort handeln
Erstmaßnahmen bei Herzinfarkt entscheiden über das Leben
Bei einem akuten Herzinfarkt entscheiden oft wenige Minuten über Leben und Tod. Die Überlebenschancen steigen, je schneller der Patient eine Klinik erreicht und die Behandlung eingeleitet wird. Die meisten Todesfälle ereignen sich noch bevor der Krankenwagen eintrifft oder auf dem Weg ins Krankenhaus.
Bessere Versorgung durch vereinheitlichte Therapie
Mediziner kamen nun zu dem Schluss, dass sich die Versorgung der Herzinfarktpatienten erheblich verbessert, wenn diagnostische Maßnahmen, Therapien und Infrastruktur vereinheitlicht sind. Experten fordern deshalb im Vorfeld des Hauptstadtkongresses der DGAI für Anästhesiologie und Intensivtherapie (HAI) in Berlin ein standardisiertes Versorgungskonzept auf Basis einheitlicher Leitlinien. Bei einem Herzinfarkt sterben Herzmuskelanteilen aufgrund plötzlicher Druchblutungsstörungen ab. Grund für die Minderdurchblutung ist häufig ein Blutgerinnsel. Pro Jahr erleiden in Deutschland 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, 170 .00 davon verlaufen tödlich.
"Das akute Koronarsyndrom, wie Mediziner die lebensbedrohlichen Folgen einer Durchblutungsstörung in den Herzkranzgefäßen bezeichnen, ist ein häufiger Grund für Notarzteinsätze", sagt Professor Bernd Böttiger, vom Arbeitskreis Notfallmedizin der DGAI. Das akute Koronarsyndrom ist der Oberbegriff für anhaltende lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen des Herzens, erkennbar an instabiler Angina pectoris und akutem Herzinfarkt. Es kommt in vielen Fällen zum Herzstillstand und die Patienten müssen wiederbelebt werden.
Lysetherapie hilft nicht immer
In einer europaweiten Studie wurde nun untersucht, ob die sofortige Gabe eines Medikaments, das die Blutgerinnsel auflöst die Chancen der Patienten erhöht. Diese sogenannte Lysetherapie wird seit langem mit Erfolg bei Patienten ohne Herzstillstand durchgeführt. Dann kann sie die Herzkranzgefäße wieder durchgängig machen. Die TROIKA-Studie (Thrombolysis in Cardiac Arrest) zeigt aber, dass das bei Patienten mit Herzstillstand nicht der Fall ist. "Leider mussten wir feststellen, dass Patienten mit einem Herzstillstand nach Herzinfarkt von der Lysetherapie während der Wiederbelebungsmaßnahmen keinen Nutzen haben", sagt Studienleiter Böttiger.
Sinnvoll ist diese Therapie offenbar nur, wenn eine Lungenembolie Ursache des Herzstillstands ist. Zur Lungenembolie kommt es, wenn größere Blutgerinnsel die Lungenarterien verstopfen. "Dann kann eine Lysetherapie Patienten das Leben retten. Beim Herzinfarkt kommt eine Lyse nur zum Einsatz, wenn eine Behandlung mit einem Herzkatheter nicht innerhalb von zwei Stunden erfolgen kann. Dies ist heute die beste Therapie bei Herzinfarkten, da der Katheter das Durchblutungshindernis zuverlässig beseitigt", sagt Böttinger. Die Behandlung mittels Herzkatheter ist im Rettungswagen im Gegensatz zur Lysetherapie nicht möglich.



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