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Diagnosefinder
Chili: Hilfe bei chronischem Juckreiz
Capsaicin - Rezeptur aus der Apotheke
Capsaicin ist ein bewährtes Mittel gegen Muskelschmerzen. Der Wirkstoff stammt aus dem Cayennepfeffer, Chili und anderen Paprikaarten. Capsaicin fördert die Durchblutung und unterbindet die Freisetzung eines Schmerzbotenstoffes. So lösen sich Verspannungen und Schmerzen werden gemildert. Deshalb enthalten Wärmepflaster Capsaicin.
Dank der Fähigkeit, Schmerzsignale auszuschalten, können Cremes mit Capsaicin auch bei chronischem Juckreiz helfen. Denn auch den Botenstoff für Juckreiz stoppt das Capsaicin. Derzeit gibt es aber keine industriell hergestellten Arzneimittel mit Capsaicin, die gegen Juckreiz angewendet werden können. Apotheker können allerdings entsprechende Rezepturen selbst anfertigen.
Apotheker und Hautärzte arbeiten eng zusammen
„Wer unter chronischem Juckreiz leidet, sollte nicht alleine herumprobieren, sondern sich an seinen Arzt wenden. Gerade bei Hautkrankheiten ist nicht nur der Inhaltsstoff wichtig, auch die Hilfsstoffe und die Zubereitung spielen eine große Rolle. Hautärzte und Apotheker arbeiten deshalb eng zusammen“, sagt Dr. Andreas Kiefer, Vorsitzender der Kommission „Neues Rezeptur Formularium“ (NRF), die für Apotheker einen entsprechenden Rezepturhinweis veröffentlicht hat.
Beratung in der Apotheke ist unerlässlich
„Die Therapie mit einer solchen Capsaicin-Creme funktioniert nur, wenn der Patient informiert und von der Behandlung überzeugt ist. Die Beratung in der Apotheke ist deshalb unerlässlich“, so Kiefer. Wichtig ist das langsame Einschleichen der Therapie, da in den ersten Tagen als Nebenwirkungen gerade Brennen oder Jucken auftreten können. Begonnen wird mit einer 0,025 prozentigen Zubereitung, danach wird der Capsaicingehalt langsam auf 0,1 Prozent gesteigert.
Die Wirkung setzt erst verzögert nach einigen Tagen ein. Deshalb werden diese Arzneimittel in der Regel mindestens sechs Wochen lang angewendet. Die Cremes sollten mehrmals täglich aufgetragen werden. Sie können auch gegen Schmerzen, etwa nach einer Herpesinfektion oder bei rheumatischen Erkrankungen, eingesetzt werden.



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