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Redaktion apotheken.de » Gesundheit und Politik » Arzneimittelversorgung

Hilfe gegen Schuppenflechte


Neuer Wirkstoff lässt hoffen


Das neue Medikament kann Patienten mit Schuppenflechte helfen, die auf andere Therapien nicht ansprechen oder diese nicht vertragen. Er hemmt zwei zentrale Botenstoffe, die für die Entstehung von Schuppenflechte verantwortlich sind.

Neue Wirkstoffe

Bei Schuppenflechte handelt es sich um eine chronische, meist schubweise auftretende Hautkrankheit mit starker Schuppenbildung, die sogenannten Plaques. Als Ursache wird eine erblich bedingte Autoimmunerkrankung vermutet. Dabei richtet sich das körpereigene Immunsystem, insbesondere die T-Lymphozyten, gegen die Zellen der Oberhaut. Dadurch kommt es zu einer Entzündung. Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten bleibt die Entzündung aber nicht auf die Haut beschränkt, sondern erstreckt sich auf die Gelenke. Äußerlich ist die Schuppenflechte mit verschiedenen Salben aus Harnstoff, Salicylsäure oder Kortison behandelbar. Innerlich helfen Arzneimittel, die das Immunsystem generell unterdrücken.

Spezifischer wirkt nun der neue Wirkstoff Ustekinumab. Er hemmt die Botenstoffe Interleukin 12 und 23. Bei den Interleukinen handelt es sich um zentrale Signalstoffe des Immunsystems, die die Lymphozyten anregen und deshalb an der Entstehung der Schuppenflechte beteiligt sind. Sie werden bei Schuppenflechte übermäßig ausgeschüttet und setzen dadurch die Entzündung und Plaques-Bildung in der Oberhaut in Gang. Ustekinumab greift in die Immunabwehr mit ein und hemmt die Interleukine. Dadurch wird die Entzündungsreaktion unterbrochen.

Nachgewiesene Erfolge

In zwei Studien wurden fast 2.000 Schuppenflechte-Patienten mit Ustekinumab behandelt. Bei etwa zwei Drittel der Patienten besserte sich das Hautbild um 75 Prozent. Diese positive Wirkung hielt über ein Jahr an. Der Wirkstoff ist damit wirksamer als andere Behandlungsformen. Trotzdem birgt die Behandlung auch Gefahren: sie schwächt das Immunsystem, das deshalb schwere Infektionen schlechter abwehren kann und  Krebszellen weniger gut zerstört. Aus diesem Grund sind Patienten anfälliger für bakterielle Infektionen, insbesondere der Atemwege. Ein erhöhtes Krebsrisiko konnte bislang aber nicht nachgewiesen werden. Das Medikament ist in Deutschland unter dem Namen Stelara® im Handel erhältlich. Es wird alle drei Monate in die Haut gespritzt. Patienten können sich das Medikament auch selbst verabreichen.


11.12.2009 | Von: Judith Kaiser