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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Hirn und Herz altern zusammen


Schwaches Herz lässt auch Gehirn schneller altern


Wer sein Herz fit und stark hält, tut damit auch dem Gehirn etwas Gutes – es altert offenbar langsamer. Wissenschaftler der Universität Boston haben nachgewiesen, dass gesunde Menschen mit einem schwachen Herzen, das weniger Blut transportiert, auch „ältere“ Gehirne hatten. Das wirkt sich in deren Größe aus.

Gehirn schrumpft schneller

Gehirnscans aus dem Kernspin von 1.500 Personen machten in der Bostoner Studie sichtbar, dass das Gehirn mit zunehmendem Alter schrumpft. Das passierte umso schneller, je schlechter das Herz der Studienteilnehmer in Form war: Eine schlechte Herzleistung ließ das Gehirn fast zwei Jahre schneller altern. Dieser Zusammenhang bestand bei jüngeren, gesunden Menschen um die 30 genauso wie bei älteren Menschen, die an einer Erkrankung des Herzens litten.

Die leitende Wissenschaftlerin Angela Jefferson weist darauf hin, dass obwohl nur wenige Studienteilnehmer an einer Herzkrankheit litten, fast ein Drittel aller Untersuchten einen niedrigen Herzindex hatten. Der Herzindex ist ein Maß für die Herzleistung sowohl gesunder als auch kranker Menschen. Ein niedrigerer Index geht laut den Studienergebnissen mit einem kleineren Gehirnvolumen einher. Das sei Besorgnis erregend und erfordere eine nähere Untersuchung, sagt Jefferson.

Keine eingeschränkte Gehirnfunktion

Die Teilnehmer mit einem geringeren Gehirnvolumen zeigten allerdings keine Symptome einer eingeschränkten Gehirnfunktion. Die Wissenschaftler halten es jedoch für denkbar, dass diese Schrumpfung ein erstes Anzeichen für spätere Beeinträchtigungen sein könnte, etwa für eine Demenz-Erkrankung.


04.08.2010 | Von: Stefanie Grutsch