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Diagnosefinder
HIV weiter auf dem Vormarsch
Zahl der Neuinfektionen unverändert hoch
Anlässlich zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember gibt es zwei Nachrichten – eine gute und eine schlechte. Die gute: Immer weniger HIV-Infizierte sterben an Aids. Die schlechte: Noch immer stecken sich viele Menschen mit HIV an.
Ampel auf Rot
Obwohl etliche Kampagnen über die Immunschwäche Aids aufklären und zu „Safer Sex“ aufrufen, war die Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2010 ähnlich hoch wie im Vorjahr. Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt, dass sich auch in diesem Jahr 3.000 Menschen mit HIV angesteckt haben. Davon betroffen sind in rund 2.200 Fällen noch immer mehrheitlich homosexuelle Männer. Aber auch unter Heterosexuellen bleibt die Rate mit 580 Neuinfektionen hoch. Auch Drogenabhängige infizieren sich weiterhin durch HIV-verseuchte Spritzen – in diesem Jahr waren es etwa 170. Insgesamt leben in Deutschland etwa 70.000 Menschen mit HIV oder Aids. Mittlerweile ist diese Diagnose kein zwingendes Todesurteil mehr, wie noch in den 1980er und 1990er. Dennoch: Die so genannten antiviralen Mittel sind teuer, nicht jeder kann sie sich leisten. Auch hält eine Therapie die Viren nur in Schach, eine Heilung erzielt sie nicht. Daher sterben in Deutschland noch immer Patienten an Aids – wenn auch weniger als in den 1990ern. Damals verzeichnete das RKI 2.500 Todesfälle pro Jahr, heute sind es 550.
Von einer Entwarnung für das Schlafzimmer kann demnach keine Rede sein. Offenbar gehen noch immer viele zu leichtfertig mit ihrer Gesundheit um. Daher sieht Reinhard Burger, Präsident des RKI, weiterhin dringenden Aufklärungsbedarf. Und das nicht ohne Grund: denn Vorbeugung ist die beste Medizin.



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