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Diagnosefinder
HP-Viren auch in Brusttumoren
Humane Papillom Viren für mehr Krebsarten verantwortlich als gedacht
Erstmals haben Forscher Humane Papillom Viren auch in Brusttumoren sicher nachgewiesen. Bekannt sind die Viren bislang vor allem als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs aber auch für Prostatakrebs. Es gibt eine Impfung gegen HP-Viren, die jedoch noch umstritten ist. Die Forscher hoffen jetzt, dass die HPV-Impfung auch einen Teil der Brusttumoren verhindern kann.
Bislang keine eindeutige Aussage
Es waren australische Forscher, denen es nun gelang, Humane Papillom Viren (HPV) im Gewebe von Brustkrebs-Patientinnen nachzuweisen. „Die Forschung der vergangen Jahre hat deutlich gemacht, dass HP-Viren offenbar an der Entwicklung mehrerer Krebserkrankungen beteiligt sind“, sagt Dr. Christian Albring vom Berufsverband der Frauenärzte (BVF). Neben Gebärmutterhalskrebs und Prostatakrebs, sind die Viren beispielsweise auch für Krebsarten im Mund- und Rachenraum verantwortlich (apotheken.de berichtete). „Auch in Tumoren der Brust wurden bereits HP-Viren nachgewiesen, wobei methodische Mängel bislang keine eindeutigen Aussagen über die Anzahl dieser Fälle zuließen“, sagt Albring. Er bezieht sich dabei auf eine Untersuchung um James S. Lawson von der University of New South Wales, die im Fachmagazin „British Journal of Cancer" veröffentlicht wurde.
Verfeinertes Analyseverfahren
In der aktuellen Untersuchung verwendeten die australischen Forscher ein verfeinertes Analyse-Verfahren, um HP-Viren in Tumoren der Brustdrüse zu entdecken. Dafür entnahmen sie Genproben aus den Tumoren von 27 Patientinnen und analysierten diese auf die DNA von Humanen Papillom Viren. Bei Studienteilnehmerinnen, die an einer Brustkrebs-Vorstufe der Milchgänge (duktales Karzinom) erkrankt waren, identifizierten sie so in 39 Prozent der Fälle krebsauslösende HP-Viren. In den Proben von Frauen, die bereits eine Krebserkrankung der Milchgänge hatten, fanden die Forscher in 21 Prozent der Fälle HP-Viren. Zusätzlich beobachteten sie typische Auffälligkeiten in den Gewebeproben, die bei HP-infizierten Zellen auftreten wie etwa Veränderungen des Zellkerns.
Hoffnung auf Impfschutz
Mit der aktuellen Untersuchung konnten die Studienautoren einen eindeutigen Nachweis für so genannte Hochrisiko-HPV-Typen in Proben von Tumoren der Brustdrüsen liefern. Nun hoffen die Forscher, dass die HPV-Impfung auch viele Brustkrebserkrankungen verhindert. Da es diese Impfung jedoch noch nicht lange gibt, weiß man nicht, wie wirksam sie sich bei den jetzt geimpften jungen Mädchen später erweisen wird. „Inwieweit eine HPV-Impfung, die vor Gebärmutterhalskrebs schützt, dann auch manche Formen von Brustkrebs verhindern kann, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, wenn sich viele Mädchen und Frauen gegen HP-Viren haben impfen lassen“, sagt Dr. Albring.



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