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Diagnosefinder
HPV-Infektion auch ohne Sex
Gebärmutterhalskrebs: Schon Kleinkinder tragen Erreger
Mediziner aus Wien haben jetzt herausgefunden, dass der Humane Papillomavirus (HPV) nicht nur durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Mädchen können schon als Kleinkinder mit dem Erreger infiziert sein.
HPV nicht nur durch Sex übertragen
Humane Papillomaviren (HPV) lösen Genitalwarzen aus, die zu Gebärmutterhalskrebs führen können. Bisher galten sie als nur sexuell übertragbare Erreger. Jetzt haben Wiener Frauenärzte herausgefunden, dass bereits kleine Mädchen den Erreger in sich tragen. 110 Mädchen von vier bis 15 Jahren wurden auf Papillomaviren getestet. Bei 20 von ihnen fanden Daniela Dörfler und ihr Team den gefährlichen Virus.
Die Mediziner vermuten, dass die Viren während der Geburt übertragen werden. Eine weitere Möglichkeit seien Schmierinfektionen, zum Beispiel über das Handtuch der Mutter.
Impfung schon für Kleinkinder?
Bisher empfiehlt die ständige Impfkomission (Stiko) Mädchen ab 12 Jahren, vor dem ersten Geschlechtsverkehr zu impfen. Wegen der jetzt nachgewiesenen Infektion von Kleinkindern müsse darüber nachgedacht werden, Mädchen schon als Babys gegen Gebärmutterhalskrebs zu impfen. Das sagte Studienleiterin Dr. Daniela Dörfler von der Medizinischen Universität Wien gegenüber dem Focus.
Die Viren müssen bis zum Gebärmutterhals vordringen
"Bei Kindern führen die Viren allerdings nicht zu Krebs", sagt Christian Dannecker von der Münchner Unifrauenklinik. Dazu müssten sie zum Gebärmutterhals vordringen, und das geschieht im Allgemeinen nur durch Sex. Zudem kann das Immunsystem eine Infektion mit HPV in den meisten Fällen bekämpfen und es kommt zu keiner Erkrankung oder höchstens zu Genitalwarzen.
Ohnehin ist der Nutzen der Impfung momentan Gegenstand heftiger Diskussionen, da unklar ist wie viel Schutz die Impfung tatsächlich bietet. Deshalb überprüft der Gemeinsame Bundesausschuss gerade die Impfempfehlung der Stiko.



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