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Impfungen für Rheumatiker


Welche Impfungen bei Rheuma unbedenklich sind


Viele Rheumatiker bekommen Medikamente, die das körpereigene Immunsystem unterdrücken. Sie fürchten deshalb, Impfungen nicht zu vertragen. Doch auch für diese Patienten sind viele Impfungen geeignet und empfehlenswert. Und zwar all jene, für die ein inaktiver Impfstoff, also kein Lebendimpfstoff, zur Verfügung steht. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin.

Empfohlene Impfungen

„Dringend empfohlen werden von der Ständigen Impfkommission (Stiko) und uns Rheumatologen die Schutzimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken. Außerdem die Kombinationsimpfung gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten und die Zeckenimpfung in regionalen Risikogebieten“, sagt Prof. Klaus Krüger vom BDRh. Die Impfantwort sei bei Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und Tetanus nachweislich gut, selbst wenn das Immunsystem der Patienten durch die Therapie unterdrückt wird.

Viele Rheumatiker gehen davon aus, dass Impfungen bei ihnen zu wenig wirken, Schmerzschübe auslösen oder mehr Nebenwirkungen haben. „Das kann man aber nicht generell sagen. Rheumatische Erkrankungsschübe nach Impfungen beschränken sich auf Einzelfälle“, sagt Krüger. Die Impfungen gegen Grippe und Pneumokokken bieten auch Rheumatikern einen guten Impfschutz. Die Pneumokokkenimpfung sollten sie allerdings alle fünf Jahre auffrischen lassen. Seit kurzem zählt sie auch zum empfohlenen Standard-Impfprogramm für Rheumatiker und wird deshalb von den Krankenkassen erstattet.

Sonderfall Rituximab

Einen Sonderfall stellt die Therapie mit dem Monoklonalen Antikörper Rituximab dar, während der die Patienten auf die Pneumokokkenimpfung nicht gut ansprechen. Auch die Grippeimpfung kann während der Therapie mit Rituximab nicht ihre volle Wirkung entfalten. Der Impfschutz lässt sich aber steigern, wenn die Impfung jährlich wiederholt wird. „Allerdings sollte bei einer Therapie mit Rituximab der Impfstatus der Patienten besser vor Beginn der Therapie aktualisiert werden“, rät Krüger.

Keine Lebendimpfstoffe

Im Gegensatz zu den inaktivierten Impfstoffen sind Impfungen mit Lebendimpfstoff für Rheumapatienten nicht geeignet. Die Krankheitserreger darin sind noch aktiv. Bei gesunden Menschen sind es zu wenige, um die Krankheit auszulösen, doch für Rheumatiker können sie gefährlich werden. Denn aufgrund ihrer geschwächten Immunabwehr droht die Krankheit, vor der der Lebendimpfstoff schützen soll, tatsächlich auszubrechen.


11.05.2010 | Von: Stefanie Grutsch