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Redaktion apotheken.de » Blut, Krebs und Infektionen

Infektion mit HP-Viren bei Männern


Humane Papillom-Viren sind nicht nur für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich



Humane Papillom-Viren (HPV) sind vor allem als Auslöser für Gebärmutterhalskrebs bekannt. Viel weniger verbreitet ist die Tatsache, dass diese Viren auch an der Entstehung von anderen, selteneren Tumoren beteiligt sind, die auch Männer betreffen. "Humane Papillom-Viren verursachen nicht nur Gebärmutterhalskrebs, sondern sind auch im Hals-Nasen-Ohren-Bereich für die Entstehung von Tumoren verantwortlich. Nur ist das bislang weniger bekannt", sagt Professor Hans Edmund Eckel vom Landeskrankenhaus Klagenfurt. Er bespricht das Thema im Vorfeld eines HNO-Ärztekongresses mit Schwerpunkt Humane Papillom-Viren.

Erst vor einem Jahr hat der Virologe Professor Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum für die Entdeckung der Auslösung von Gebärmutterhalskrebs durch Humane Papillom-Viren den Nobelpreis für Medizin erhalten. Dank seiner grundlegenden Arbeiten ist diese Tumorform heute als Infektionskrankheit bekannt. Das ist auch für die HNO-Heilkunde von großer Bedeutung. Denn die gleichen Virentypen - HPV 16 und 18 - gelten als verantwortlich für die Krebsbildung im Kopf-  und Hals-Bereich von Frauen und Männern.

Die meisten Infektionen bekämpft das Immunsystem erfolgreich

Die Häufigkeit von HPV-Infektionen mit einem der über 100 verschiedenen HPV-Typen liegt bei Frauen bei bis zu 45 Prozent und bei Männern bei bis zu 35 Prozent. "Nach der Infektion scheint das Immunsystem die Viren häufig erfolgreich zu bekämpfen", sagt Professor Eckel. Laut aktuellen Studien haben 70 Prozent der infizierten Frauen nach einem Jahr keine nachweisbare HPV-DNA mehr.

Eine Infektion mit weniger gefährlichen HP-Viren führt des Öfteren zu harmloser
Warzenbildung. Nur bei einer kleineren Zahl kommt es nach einer HPV-Infektion im Laufe der Zeit zur Krebsbildung im Mund- und Kehlkopfbereich. 



Heute gehen Wissenschaftler davon aus, dass rund 70 Prozent aller Mund- und 20 Prozent aller Kehlkopftumoren durch eine HPV-Infektion zumindest mit verursacht werden.
 Für Professor Eckel ist klar, "dass Kopf-Hals-Tumoren in Verbindung mit einer HPV-Infektion stehen und prophylaktische Impfungen und immunologische Therapieverfahren Kehlkopfkrebse vermeiden beziehungsweise die Behandlungsaussichten verbessern können."

Impfung schützt vor zwei gefährlichen Virentypen

Zwei Impfstoffe gegen zwei der gefährlichsten Papillom-Viren sind derzeit verfügbar: Gardasil® und Cervarix®. Sie sollen die Ansteckung mit den beiden Virustypen 16 und 18 verhindern. Gardasil® ist darüber hinaus zum Schutz vor einer Infektion mit den Virustypen HPV 6 und 11 gedacht, die gutartige Genitalwarzen auslösen. Trotz einer Empfehlung der STIKO ist der Nutzen der Impfung unter Fachleuten bisher umstritten.

Eine effektive Maßnahme zur Vermeidung einer Ansteckung ist Safer Sex. Durch die konsequente Benutzung von Kondomen lässt sich das Risiko einer HPV-Infektion deutlich senken, aber nicht ganz verhindern. Denn eine HPV-Infektion ist keine klassische  Geschlechtskrankheit, die über das Sperma oder andere Körperflüssigkeiten übertragen wird, sondern eine Kontaktinfektion. Auch Körperstellen außerhalb des durch das Kondom geschützten Bereichs können Infektionsquellen sein.


29.09.2009 | Von: Dorothee Steeb