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Infektion Ursache für Schlaganfall


Neuer Risikofaktor für Schlaganfall identifiziert


Bakterien und Viren erhöhen die Gefahr einen Schlaganfall zu erleiden, auch wenn ansonsten keine Risikofaktoren vorliegen. Das ergab eine Studie der Columbia University in New York.

Risikofaktoren für Schlaganfall

Schlaganfall ist ein Sammelbegriff für alle plötzlichen Durchblutungsstörungen des Gehirns. In etwa 85 Prozent der Fälle ist ein Gefäßverschluss die Ursache, der häufig infolge einer Arterienverkalkung auftritt. Als Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind bisher Rauchen, Bluthochdruck oder erhöhte Cholesterinwerte bekannt. Doch ein Schlaganfall trifft auch immer wieder Menschen ohne diese Risikofaktoren. Die Wissenschaftler aus New York haben nun herausgefunden, dass es einen weiteren Faktor gibt: die Anhäufung von bestimmten Bakterien und Viren im Körper.

Das Team um Studienleiter Mitchell Elkind untersuchte dafür 1.625 New Yorker auf fünf häufig vorkommende Krankheitserreger: Chlamydien, Helicobacter pylori, Zytomegalievirus sowie Herpes simplex 1 und 2. Sie verursachen Lungenentzündungen, Magenschwüre, Infektionen in der Schwangerschaft und z.B. Herpesinfektionen an den Lippen. Frühere Studien haben den Forschern zufolge ergeben, dass für diese Bakterien und Viren auch ein Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht. Außerdem verbleiben sie dauerhaft im Körper und führen so zu einer ständigen leichten Infektion.

Ursache ist die Keim-Kombination

Die Teilnehmer wurden über einen Zeitraum von siebeneinhalb Jahren beobachtet. In dieser Zeit erlitten 67 einen Schlaganfall. Dabei zeigte sich, dass eine einzelne Infektion sehr selten einen Schlaganfall verursachte. War eine Person jedoch mit mehreren Erregern infiziert, erhöhte sich das Risiko.

„Unser Ergebnis könnte wichtige Konsequenzen für die Praxis haben“, sagt Mitchell Elkind. „So könnte eine strikte Bekämpfung der Krankheitserreger letztlich das Schlaganfallrisiko senken.“ Trotzdem schränkt er ein, dass weitere Studien zeigen müssen, ob antivirale Mittel oder eine Antibiotikabehandlung effektiv einen Schlaganfall vorbeugen.


13.11.2009 | Von: Judith Kaiser