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Redaktion apotheken.de » Schmerz- und Schlafmedizin

Innere Uhr tickt im Alter anders


Hormone verwandeln junge Nachteulen in Frühaufsteher


Es ist ein alltägliches Phänomen. Während der Teenager am liebsten nicht vor dem Mittag aus den Federn kriecht, hält es die Oma schon vor sieben Uhr nicht mehr im Bett aus. Warum das so ist, haben Forscher der Universität Basel herausgefunden.

Biorhythmus im stetigen Wechsel

Alle Menschen kommen entweder als Frühaufsteher oder Morgenmuffel zur Welt. Später, während der Pubertät, entwickeln sich Mädchen und Jungen gleichsam zu nachtaktiven Wesen. Doch mit dem 20. Lebensjahr verschiebt sich der Biorhythmus jedes Menschen – also auch der des Langschläfers – zum Frühaufsteher.

Biorhythmus an leuchtende Hautzellen untersuchen

Schweizer Wissenschaftler gingen diesem Phänomen auf den Grund. Sie entnahmen 18 jungen Versuchspersonen im Alter von 21 bis 30 Jahren und 18  älteren Teilnehmern im Alter von 60 bis 88 Jahren Hautproben. Das Ziel der Forscher war es herauszufinden, ob einzelne Hautzellen auch außerhalb des Körpers einen bestimmten Biorhythmus zeigen. Dazu schleusten sie ein Gen der Feuerfliege in die Hautzellen ein, das diese zum Leuchten brachte, wenn ihre innere Uhr sie „weckte“. Was die Forscher überraschte: Die Zellen der jüngeren und älteren Versuchspersonen verhielten sich nicht unterschiedlich. Sie alle zeigten gleiche „Wachphasen“.

Somit konnten die Unterschiede im Schlafverhalten nicht genetisch bedingt sein. Die Forscher behandelten die Zellen daher in einem zweiten Schritt mit dem Blutserum älterer Menschen. So testeten sie, ob Hormone die Ursache waren. Tatsächlich brachte dies die erhofften Ergebnisse. Die Aktivität aller Zellen veränderte sich hin zu der eines typischen Frühaufstehers.


20.05.2011 | Von: Tina Neundorf