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Diagnosefinder
Internet-Projekt gegen Depressionen
Früherkennung verbessern und Depressionen rechtzeitig behandeln
An der Universitätsklinik Freiburg läuft seit Anfang Januar das Projekt OPTIMI. Es soll psychische Erkrankungen frühzeitig erkennen und dann mit Hilfe computer- und internetgestützter Therapie behandeln.
Vorboten schon im Alltag erkennen
OPTIMI steht für Online Predictive Tools for Mental Illness, also Online-Vorhersage psychischer Erkrankungen. Es nutzt neu entwickelte, sehr kleine Sensoren, um stressbedingte körperliche und psychologische Veränderungen im Alltag zu messen. Beispielsweise zeichnen sie ein EKG und ein Bewegungsprofil auf. Zusätzlich füllen die Projektteilnehmer morgens und abends einen kleinen Fragebogen zu ihrer Stimmung und ihrem Schlaf am Computer aus. Dadurch wollen die Wissenschaftler Anzeichen psychischer Erkrankungen wie Depressionen möglichst früh erkennen und so auch mit einer Behandlung schon in frühen Krankheitsstadien beginnen, um schwere Depressionen zu verhindern.
Schlechter Schlaf kann vor Depressionen warnen
Schwerpunkt des Freiburger Teams um Prof. Dieter Riemann ist das Thema Schlaf, mit dem sich die Arbeitsgruppe seit 20 Jahren beschäftigt. Einerseits gehen Depressionen häufig mit Schlafstörungen einher, andererseits sind Schlafstörungen ein Risikofaktor, eine Depression zu entwickeln. Deshalb spielt die Erfassung des Schlafs auch bei OPTIMI eine große Rolle. Die Teilnehmer beurteilen zunächst selbst ihr Schlafverhalten. Im Anschluss werden die Messdaten der Sensoren in Beziehung zu dieser Selbstbeurteilung gesetzt. Bestenfalls ermöglichen die Ergebnisse, frühzeitig Schlafstörungen zu erkennen, mit Verhaltenstherapie gegenzusteuern und so eine Depression zu verhindern.
Die EU fördert das Projekt mit über 3,5 Millionen Euro. Anhand der Ergebnisse der beteiligten Arbeitsgruppen werden als nächstes computer- und internetgestützte Psychotherapieprogramme entwickelt. Diese dienen der frühzeitigen Behandlung von Menschen mit hohem Erkrankungsrisiko für Depressionen oder ersten Symptomen.
Das Projekt setzt damit an einem häufigen Problem im Umgang mit Depressionen an: der mangelnden Früherkennung und fehlender Behandlung in frühen Stadien der Erkrankung.



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