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Johannisbeeren belastet: Ja oder Nein?


Bundesinstitut stuft Strauchbeeren als gesundheitlich unbedenklich ein


Nachdem Greenpeace am vergangenen Montag deutsche Johannisbeeren als gesundheitsgefährdend einstufte, erklärte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) Strauchbeeren nun für ungefährlich.

Keine unzulässigen Rückstände gefunden

Ausgang der Debatte bildet der aktuelle Greenpeace-Test, nach dem Johannisbeeren stark mit Pestiziden belastet seien. Unter anderem wurden laut Greenpeace-Angaben in den Proben auch zwei in der EU nicht zugelassene Pflanzenschutzmittel nachgewiesen (apotheken.de berichtete).

Greenpeace prangerte an, dass die Obstbauern durch das gleichzeitige Sprühen mehrerer Pestizide gesetzliche Höchstwerte für Einzelpestizide unterwandern. Damit würden sie illegalen Praktiken Vorschub leisten und den Verbrauchern schaden. Das BVL widerspricht dem. Laut ihrer aktuellen Pressemitteilung gibt es keine Anhaltspunkte dafür. Der Grund: Sie fanden in keiner von 31 getesteten Beerenproben Pestizid-Rückstände über dem gesetzlichen Grenzwert. Auch die gemessenen Werte für die als illegal bezeichneten Gifte Dodin und Difenoconazol lagen unter dem zulässigen Höchstgehalt. Somit seien Johannisbeeren und Co. lebensmitteltechnisch nicht zu beanstanden. Es bestehe kein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher.

Illegale Pflanzenschutzmittel im Obstanbau?

Das BVL erklärte auch, dass alle 21 Wirkstoffe, die in den Proben gefunden wurden, zulässig sind. Von ihnen finden sich aktuell 18 in der EU-Positivliste und für die anderen drei gelten Übergangsfristen. Auch Dodin und Difenoconazol sind im deutschen Obstbau erlaubt. Allerdings nicht für Johannisbeeren. Unklar bleibt daher, ob die gemessenen Rückstände aus einer direkten Anwendung auf Johannisbeeren resultieren oder ob die Pestizid-Spuren von benachbarten Obstkulturen stammen. Laut BVL sei es denkbar, dass die Pestizide etwa infolge einer so genannten Abdrift auf die Beeren gelangten.


29.07.2010 | Von: Anke Kopacek