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Redaktion apotheken.de » Selbsthilfe

Johanniskraut bei Winterdepressionen


Rezeptfreier Stimmungsaufheller


Im Herbst werden die Tage immer kürzer. Viele Menschen reagieren auf die dunkle Jahreszeit mit depressiver Verstimmung oder einer Winterdepression. Dagegen helfen stimmungsaufhellende Arzneimittel mit Johanniskraut, wenn sie richtig angewendet werden.

Johanniskraut hellt die Stimmung auf

Winterdepressionen treten in unseren Breiten häufig auf. Bis zu 800.000 Menschen leiden hierzulande unter saisonal abhängigen Depressionen. Als Ursache gilt die verminderte Lichtintensität, durch die der Körper zu wenig von dem stimmungsaufhellenden Nervenbotenstoff Serotonin bildet. Betroffene fühlen sich niedergeschlagen, haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und sind ständig müde. Abhilfe können Arzneien mit Johanniskraut verschaffen. Das Pflanzenmittel wirkt stimmungsaufhellend, antidepressiv und angstlösend. "Johanniskraut-Extrakte sind eine wichtige Behandlungsoption gegen leichte Depressionen - aber nur, wenn sie ausreichend hoch dosiert werden. Die meisten freiverkäuflichen Nahrungsergänzungsmittel mit Johanniskraut sind hingegen unterdosiert und damit wirkungslos", sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer.

Die Dosis macht's

Johanniskraut wird am besten in Tablettenform eingenommen, um die notwendige Wirkstoffdosis von 600 mg zu erreichen. Mit nicht apothekenpflichtigen Tees und Kapseln aus Reformhäusern gelingt dies nicht. Für die Selbstmedikation gibt es rezeptfreie Arzneimittel in der Apotheke. Die stimmungsaufhellende Wirkung tritt erst nach etwa zweiwöchiger, regelmäßiger Einnahme ein. Darüber informieren Apotheker gerne im Beratungsgespräch. Vermutet der Apotheker allerdings eine nicht-diagnostizierte schwere Depression, verweist er den Betroffenen an einen Facharzt. Ein Arzt muss eine fachkundige Diagnose stellen und den Patienten entsprechend behandeln. Bei schweren Depressionen ist Johanniskraut außerdem kaum wirksam.

Rezeptpflicht bei schwerer Depression

Der Apotheker klärt auch gerne über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auf. Johanniskraut schwächt etwa die Wirkung der Antibabypille oder von Gerinnungshemmern. Ob ein Johanniskraut-Präparat rezeptfrei oder -pflichtig ist, hängt vom jeweiligen Anwendungsgebiet ab. Arzneimittel gegen leichte Depressionen oder Verstimmungen sind rezeptfrei, während Pärparate gegen mittelschwere bis schwere Depressionen der Arzt verschreiben muss.


13.11.2009 | Von: Judith Kaiser