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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Keine einseitigen "Krebsdiäten"


Apotheker warnen vor falscher Ernährung bei Krankheit


Patienten mit Krebserkrankungen sollten sich so normal wie möglich ernähren. Im Allgemeinen dürfen Krebspatienten alles essen, was ihnen schmeckt. „Einseitige oder radikale Diäten schaden eher dem Patienten als dem Tumor. Wer verspricht, durch eine Diät Krebs heilen zu können, ist nicht seriös“, warnt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer. „Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung kann den Erfolg der Arzneimitteltherapie unterstützen und die Lebensqualität steigern. Apotheker informieren ihre Patienten gerne über die  richtige Ernährung.“ Bundesweit haben sich mehr als 2.000 Apotheker auf Ernährungsberatung spezialisiert.

Krebs "aushungern" funktioniert nicht

Die Tatsache, dass Krebszellen ihre Energie aus Zucker gewinnen, hat zu der Idee geführt, man könne den Krebs „aushungern“, indem man den Patienten auf eine kohlenhydratarme Extremdiät setzt oder ihn fasten lässt. Krebsexperten und Fachgesellschaften warnen nachdrücklich vor solchen Diäten. Nicht nur, dass ihr Nutzen nicht belegt ist, manche Formen können auch gefährlich für Krebspatienten sein. Eine Mangelernährung ist gerade für den Krebspatienten  sehr schädlich, denn sie kann den Stoffwechsel stören und das Immunsystem schwächen. Beides kann den Erfolg der Tumortherapie beeinträchtigen und die Lebenserwartung des Patienten senken.

Krebs geht oft mit Gewichtsverlust und Mangelernährung einher. Sowohl die Krankheit selbst als auch einige Therapien führen zu einer schlechten Versorgung mit Nährstoffen. Um mehr Energie aufzunehmen, können Patienten ihre Nahrung mit Butter oder anderen Fetten anreichern, soweit sie es vertragen. Auch fettreicher Fisch wie Hering gehört auf den Speiseplan. Als Zwischenmahlzeiten eignen sich spezielle Trinknahrungen („Astronautenkost“).

Hilfe bei Appetitlosigkeit und Schluckschwierigkeiten

Fehlt der Appetit, sind viele kleine Mahlzeiten empfehlenswert. Zum Essen sollten Patienten nur wenig trinken, da es sonst zu Völlegefühl kommen kann. Appetitanregend sind bittere Getränke, wie Bitter Lemon, Grapefruitsaft oder bittere Tees aus der Apotheke. Nach der Mahlzeit sollte man sich lieber nicht flach hinlegen, sondern mit leicht erhöhtem Oberkörper.

Chemo- und Strahlenbehandlung greifen auch oft die Schleimhäute an, was das Schlucken erschwert. Säurehaltige Lebensmittel wie Ananas, Scharfkantiges wie Toastbrot oder harte Lebensmittel wie Rohkost können dann Schmerzen verursachen. In diesem Fall ist weiche Kost, etwa mild gewürzter Babybrei, besser. Das Lutschen von Eiswürfeln aus Obstsaft oder Wasser lindert die Beschwerden bei entzündeter Mundschleimhaut.


17.11.2009 | Von: Dorothee Steeb