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Keine Medikamente in den Ausguss


Abgelaufene Arzneien gehören in den Restmüll


Der Hustensaft ist auskristallisiert, die auf­gebrochene Pillenpackung abgelaufen. Solche Medikamente muss man richtig entsorgen. Wie ist vielen unklar. Unwissend kippen sie Arzneien in die Spüle oder die Toilette. Im Wasser werden Medikamente aber nicht vollständig abgebaut und bleiben wirksam. Deshalb gilt: Abgelaufene Arzneien stets mit dem Restmüll entsorgen.

Problem: Wasserlösliche Medikamente

Die meisten Medikamente, die in Ihrem Schrank stehen, sind sehr gut wasserlöslich. Spülen Sie beispielsweise Tabletten in der Toilette herunter, lösen sich die Wirkstoffe heraus und gelangen in das Abwasser. Kläranlagen halten solche Verunreinigungen gar nicht oder nur unvollständig zurück. Schließlich kann auch das Trinkwasser Spuren von Arzneimitteln enthalten. Das lässt sich nur verhindern, wenn Sie abgelaufene Medikamente in den Müll werfen. Dieser wird schließlich verbrannt, die Wirkstoffe in den Arzneien gehen kaputt.

Deutsche Kläranlagen belastet

Immer wieder finden Behörden Rückstände von Arzneimitteln im Abwasser. Das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie untersuchte kürzlich 26 deutsche Kläranlagen und entdeckte darin Reste von zwölf Medikamenten. Darunter befanden sich etwa Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika und Röntgenkontrastmittel.

Wirkstoffe wie Carbamazepin, Diclofenac und Metropolol wiesen die Experten in allen Kläranlagen mit Konzentrationen von ein bis zehn Mikrogramm pro Liter (µg/l) nach. Die Röntgen­kontrastmittel – sie gelangen über Kranken­häuser in das Abwasser – reicherten sich sogar mit Konzentrationen von über 100 µg/l an. Das Manko: Selbst die geklärten Abwässer wiesen noch Verunreinigungen auf – wenn auch in deutlich niedrigen Konzentrationen.

Wirkung von Arzneimittelrückständen

Wie sich das auf die Gesundheit des Menschen auswirkt, ist noch nicht vollständig geklärt. Die Wirkung von Medikamenten auf die Tierwelt ist indes gut belegt. Forellenmännchen etwa verwandeln sich in Weibchen, wenn sie Hormonrückstände der Antibabypille über das Wasser aufnehmen. Um Wassertiere vor Schäden zu bewahren, gelten bestimmte Normwerte für Arzneimittelrückstände in Gewässern. Der Richtwert für Diclofenac beispielsweise beträgt 0,1 µg/l.


13.07.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek