Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Kinder: Mängel bei Arzneimittelgabe
Viele Medikamente sind nicht speziell geprüft
Pharmakonzerne müssen jedes neue Medikament auch in Studien mit Kindern testen. Das zumindest sieht die seit 2007 geltende EU-Arzneimittelverordnung vor. Offenbar ist die Zahl solcher Studien seitdem jedoch kaum gestiegen. Auf diesen Missstand machte jüngst Fred Zepp aufmerksam, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin (DGKJ).
Organismus von Kindern hat andere Ansprüche
Nach Angaben der DGKJ sind Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren nur an etwa fünf Prozent aller Arzneimittelstudien beteiligt. Bei Neugeborenen und Kindern bis zwei Jahren fällt der Anteil noch geringer aus. Hier sind es höchstens zwei Prozent aller Studien. Zepp und seine Kollegen erachten diese Zahlen als unzureichend und wünschen sich, dass Pharmakonzerne mehr in die Prüfung von Kinderarzneimitteln investieren. Der Grund: Kinder sprechen auf Medikamente ganz anders an. Organe wie Niere, Leber oder Darm reagieren in der Regel sensibler und sind weniger belastbar als die Organe eines Erwachsenen. Ein Medikament, das für Erwachsene ungefährlich ist, kann Kindern bedrohlich werden. So kann beispielsweise Azetylsalizylsäure, der Wirkstoff in Aspirin®, bei ihnen zu Leberversagen führen.
Kinder bekommen „Erwachsenen-Medikamente“
Wenn es also kaum speziell geprüfte Arzneimittel für Kinder gibt, was passiert dann? Sie erhalten viele für sie nicht zugelassene Medikamente – so genannte Off-Label. Experten der DGKJ schätzen, dass das insgesamt ein bis drei Viertel aller bei Kindern eingesetzten Medikamente betrifft. Insgesamt erhielten 70 Prozent aller stationär behandelten Kinder solche Arzneimittel, in der Intensivmedizin von Früh- und Neugeborenen sogar 90 Prozent. Im ambulanten Bereich hingegen ist die Off-label-Nutzung weniger verbreitet. Betroffen sind hier nur bis zu 30 Prozent aller Kinder.



zurück