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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Kinder-Theater auf Rezept


Gesundheitsaktion startet bald bundesweit


In Düsseldorf verschreiben Ärzte Kindern schon seit 2009 Gutscheine für das Theater. Nun sollen solche Rezepte bald auch in anderen deutschen Städten erhältlich sein. Doch was steckt dahinter? Diese Frage beantworten Experten des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Kultur fördert Gesundheit

Das Projekt „Theater auf Rezept“ steht unter der Schirmherrschaft des Musikers Peter Maffay. Initiiert haben es die Siemens-Betriebskrankenkasse und die Internationale Vereinigung der Kinder- und Jugendtheater (ASSITEJ). Ihr Ziel: Sie wollen Eltern und Kinder auf kostenfreie und wichtige Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen – insbesondere auf die Untersuchungen U10, U11 und J1. Außerdem möchten sie bei den Kindern das Interesse für Kultur wecken.

„Ein Theaterbesuch fördert die Intelligenz und die sozialen Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen“, erklärt BVKJ-Kinderarzt Josef Kahl. Das sei wichtig, denn mittlerweile kommen viele Kinder mit sozial bedingten Entwicklungs- und Sprachstörungen in seine Praxis. Ihnen drohen Probleme in der Schule und soziale Ausgrenzung. Mit einer Sprachtherapie allein ist diesen Kindern nicht zu helfen. Sie benötigen Anreize von außen, um ihr Entwicklungsdefizit auszugleichen. Besuche im Theater können solche Anreize schaffen.

Nahrung für Körper und Geist

Stefan Fischer-Fels von der ASSITEJ beschreibt das so: „Kinder- und Jugendtheater ist eine intensive Dosis kulturelle Bildung und ein unverzichtbares Lebensmittel, das Kinder aller Schichten und Kulturen brauchen, um selbstbewusst, einfühlsam, freundlich, kreativ und klug zu werden“. Daher sei es wichtig, Kinder so früh wie möglich mit dem Theater vertraut zu machen. Denn Kinder seien nur dann wirklich gesund, wenn es ihrem Geist und ihrem Körper gleichermaßen gut geht.


18.03.2011 | Von: Dr. nat. med. Anke Kopacek