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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin
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Kinderärzte kritisieren Babynahrung


Nutzen von probiotischer Nahrung für Babys ist unklar


Ob pro- oder präbiotisch angereicherte Säuglingsanfangsnahrung gesunden Babys nützt, sei bislang nicht zweifelsfrei erwiesen, erklärt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Und bei Säuglingen mit ernsten Gesundheitsproblemen könnten probiotische Anfangsnahrungen sogar nachteilig sein.

Keine Probiotika für kranke Kinder

Die Kinder- und Jugendärzte kritisieren damit den europaweiten Trend, Babynahrungen generell mit solchen Zusätzen anzureichern, ohne den möglichen gesundheitlichen Nutzen belegen zu können. Mit Blick auf gesundheitlich geschwächte Risikogruppen raten die Ernährungsexperten ausdrücklich von der Verwendung solcher Produkte ab: Beispielsweise sollten herzkranke oder immunschwache Säuglinge keine probiotisch angereicherte Anfangsnahrung bekommen, so die DGKJ-Kommission, die jetzt gemeinsam mit der schweizerischen und der österreichischen Fachgesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin eine Stellungnahme zum Thema erarbeitet hat.

Nutzen nicht belegt

Die von der Kommission geprüften Studien zum Einsatz von Pro- und Präbiotika konnten einen gesundheitlichen Vorteil für Säuglinge bis zum fünften Lebensmonat nicht zweifelsfrei belegen. Ab dem zweiten Lebenshalbjahr können Eltern ihren (gesunden) Kindern derart angereicherte Nahrungen zwar ohne Bedenken geben, allerdings vermissen die DGKJ-Experten auch hier ausführlichere Studien zum Nachweis eines Nutzens.

Präbiotika ...

... sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die den "Nährboden" für bestimmte Mikroorganismen im Dickdarm bilden sollen. Ihr Einsatz könnte hilfreich sein für Kinder mit familiär bedingt hohem Allergierisiko. Hierzu müssen aber noch umfangreiche Studien durchgeführt werden.

Probiotika ...

... sind lebende, Milchsäure bildende Mikroorganismen. Beim Einsatz von Probiotika in der Säuglingsanfangsnahrung geht es den Experten nicht nur um den überzeugenden Nachweis eines Nutzens, sondern auch um Verträglichkeit und längerfristige Wirkung. Auch hier reicht die Datenlage für eine Empfehlung nicht aus.


26.01.2009 | Von: Susanne Kemmer