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Kleine Krankenhäuser bedroht
Krankenhaus-Report auf dem Hauptstadtkongress
Den deutschen Krankenhäusern geht es nicht schlecht, zumindest nicht schlechter als noch im Jahr 2008. Damals standen über 16 Prozent der deutschen Krankenhäuser vor dem finanziellen Aus – jetzt sind es nur noch halb so viele – acht Prozent. Das zeigt der „Krankenhaus Rating Report 2010“, der auf dem Hauptstadtkongress „Medizin und Gesundheit“ in Berlin vorgestellt wurde. Der Report untersucht die wirtschaftliche Lage unserer Kliniken.
Klinikschwund auf dem Land
Die verbesserte Situation verdankt sich laut Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, der am Mittwochnachmittag auf dem Kongress die Ergebnisse seines Reports vorstellte, der Politik: Ein Gesetz mit dem sperrigen Namen „Krankenhausfinanzierungs-Reformgesetz“ hat bei den Krankenhäusern zu mehr Einnahmen geführt.
Dennoch erwarten er und sein Kollege Sebastian Krolop von der Admed GmbH für nächstes Jahr eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage auf dem Kliniksektor, wodurch vor allem auf dem Land Schließungen drohen: „Mittel- bis langfristig ist davon auszugehen, dass insbesondere im ländlichen Bereich die derzeit bestehende Krankenhausinfrastruktur nicht in vollem Umfang wird aufrechterhalten werden können“, heißt es im Report. Statt herkömmlicher Krankenhäuser könnte beispielsweise ambulante und klinische Versorgung miteinander vereint werden, etwa in bettenführenden Medizinischen Versorgungszentren oder Krankenhäusern, die die ambulante fachärztliche Versorgung mit übernehmen , wie die Autoren vorschlagen.
Qualität lohnt sich
Vor allem kleine, öffentlich-rechtliche und ländliche Krankenhäuser, seien in den nächsten Jahren von der Schließung bedroht, berichten Augurzky und Krolop. Die Wirtschaftsforscher raten den kleinen Kliniken, sich auf wenige Leistungen in zu spezialisieren, da Kliniken mit einer oder zwei Fachabteilungen im Rating deutlich besser abschneiden als solche mit drei oder mehr Abteilungen. Für die deutschen Patienten ist die zentrale Nachricht des Reports: Insgesamt geht es vor allem den Kliniken besser, deren Patienten zufrieden sind. „Offenbar gehen Wirtschaftlichkeit und Qualität Hand in Hand und schaffen die Voraussetzungen für zufriedene Patienten“, so das Fazit von Augurzky und Krolop.



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