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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Ernährungsmedizin

Körperselbstbild von Jugendlichen


Übergewicht, verzerrte Körperwahrnehmung, Essstörungen


Eine Studie des Bremer Gesundheitsamtes bei Achtklässlern findet Übergewicht, ein verzerrtes Körperselbstbild und gestörtes Essverhalten bei Jugendlichen weit verbreitet. Im Herbst 2008 wurden anhand eines Schülerfragebogens Diäterfahrungen, Essverhalten und Körperselbstwahrnehmung erfragt. Gleichzeitig wurde der Body-Mass-Index durch Messung festgestellt und mit den Angaben der Schüler verglichen.

Jeder zweite findet sich zu dick oder zu dünn


Über die Hälfte der Jugendlichen hatte ein verzerrtes Körperselbstbild: Obwohl drei Viertel als normalgewichtig eingestuft wurden, fand sich jeder zweite „zu dick“ oder „zu dünn“. Jeder vierte Jugendliche hatte schon Erfahrungen mit einer oder mehreren Diäten gemacht. Bei 17 Prozent der Jugendlichen fanden sich Hinweise auf eine Essstörung, bei Mädchen lag dieser Anteil sogar bei 24 Prozent. 21 Prozent der Jugendlichen waren übergewichtig, die Hälfte davon extrem übergewichtig (adipös). Vier Prozent waren untergewichtig. In den Jahren zwischen der Einschulung und der 8. Klassenstufe verdoppelte sich der Anteil übergewichtiger Schüler und Schülerinnen.

Risikofaktoren: weiblich, niedrige Bildung, Migrationshintergrund


Am stärksten durch Essstörungen gefährdet sind Mädchen an Sekundarschulen, das entspricht einer integrierten Haupt- und Realschule, und Gesamtschulen. Wie schon in anderen Studien zeigte sich auch in Bremen ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildung beziehungsweise sozialem Status und Gesundheit: Mit einem Anteil von 28 Prozent waren Jugendliche an Sekundarschulen deutlich häufiger übergewichtig als Jugendliche an Gymnasien mit rund 16 Prozent. Auch der Anteil adipöser Schüler lag an Sekundarschulen mit 16 Prozent weit über dem Durchschnitt und war damit doppelt so hoch wie bei Jugendlichen an Gymnasien. Die Herkunft aus einer Familie mit Migrationshintergrund, häufig mit schwierigen Lebensumständen verbunden, zeigte sich ebenfalls als Risikofaktor.

Die Ergebnisse zeigen, dass bei Jugendlichen ein großer Bedarf für eine körperbewusste Gesundheitsförderung zur Stärkung des Körperselbstbildes und Vermeidung von Essstörungen besteht. Aufklärung in der Schule aber auch gezielte Information der Eltern könnten dazu beitragen.


14.07.2009 | Von: Dorothee Steeb