Kondome oft zu groß
Neue Größenangaben für Kondome gefordert
Viele Männer kaufen Kondome, die ihnen zu groß sind. Sie halten ihren Penis offenbar für größer, als er in Wahrheit ist. Schlecht sitzende Kondome sind allerdings problematisch, weil sie keinen ausreichenden Schutz vor Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten bieten. US-amerikanische Wissenschaftler vom Kinsey Institut für Sex und Geschlechterforschung in Indiana fordern deshalb andere Größenangaben.
Verzerrte Selbstwahrnehmung
Das Kinsey Institut hat 400 Männer befragt, die regelmäßig Kondome verwenden. Fast die Hälfte von ihnen klagte über schlechte Erfahrungen mit der Passform. Der häufigste Grund dafür ist laut Angaben der Kinsey-Wissenschaftler, dass die Männer die Kondome zu groß einkaufen. Das liege an einer verzerrten Selbstwahrnehmung, beflügelt durch unrealistische pornografische Darstellungen. Außerdem haben viele Männer Hemmungen, in der Apotheke nach „kleinen Kondomen“ zu fragen oder diese an die Supermarktkasse zu legen. Beiden Problemen sei nicht beizukommen, glauben die Wissenschaftler.
Klein ist „Large“
In der Fachzeitschrift „Sexually Transmitted Infections“, zu Deutsch „Geschlechtskrankheiten“, fordern sie deshalb die Hersteller auf, kurzerhand die Größenangaben auf den Packungen zu ändern. Die kleinste Größe solle einfach „Large“ heißen, die mittlere „Extra Large“ und so fort. „Es darf auf keinen Fall groß, mittel und extraklein draufstehen“, sagt Bill Yarber vom Kinsey Institut. Mit diesem psychologischen Trick will er gegen die Risiken schlecht sitzender Kondome vorgehen. Zu große Kondome rutschen leicht ab, reißen häufiger und erschweren auch den Orgasmus. Oft streifen Männer deshalb noch während des Geschlechtsverkehrs das Verhütungsmittel wieder ab. Angesichts drohender Geschlechtskrankheiten und ungewollter Schwangerschaften sei das besorgniserregend, warnt Yarber.





