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Diagnosefinder
Kopfschmerz macht Herz krank
Migräne erhöht Herzinfarktrisiko
Migräne ist nicht nur ein lästiges Leiden: Sie schädigt das Gehirn (apotheken.de berichtete) und offenbar auch das Herz. Forscher des Albert Einstein Colleges of Medicine in New York haben herausgefunden, dass Migräne das Herzinfarktrisiko verdoppelt.
Migräne nicht als isolierte Krankheit betrachten
Die New Yorker Studie zeigt außerdem, dass Migränepatienten auch ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben. Bislang wussten Mediziner nur, dass die seltene Migräne mit Aura das Schlaganfallrisiko erhöht (apotheken.de berichtete). Jetzt zeigte sich, dass auch allgemein mehrere Faktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig verschlechtert sind: zu hoher Blutdruck, erhöhte Cholesterinwerte und eine Neigung zu Diabetes kamen bei den Migränepatienten um 50 Prozent häufiger vor.
„Angesichts unserer Studienergebnisse sollten Ärzte die Migräne nicht mehr als isolierte Krankheit ansehen. Bei der Behandlung müssen wir auch auf die Risiken einer Herz-Kreislauf-Erkrankung achten“, sagt der Studienleiter Dr. Richard Lipton.
Ursache in den Blutgefäßen
Lipton hat für seine Forschungsarbeit rund 6.100 Migränepatienten und 5.200 Gesunde im Alter zwischen 18 und 80 Jahre untersucht und befragt. Diejenigen, die an Migräne litten, hatten doppelt so oft einen Herzinfarkt, wie die Teilnehmer der Kontrollgruppe: 4,1 Prozent von ihnen waren betroffen im Gegensatz zu 1,9 Prozent der Menschen ohne Migräne. Ihr Schlaganfallrisiko war um 60 Prozent höher.
Die Forscher vermuten, dass der Grund für diese Zusammenhänge in den Blutgefäßen der Migränepatienten liegt. Bei einer Migräneattacke ziehen sich unwillkürlich die Innenwände ihrer Gefäße im Gehirn zusammen. Lipton glaubt, dass diese Fehlfunktion auch andere Blutgefäße im Körper betrifft – etwa im Herzen, was das erhöhte Herzinfarktrisiko erklären würde.
Migräne als chronische Krankheit
Er hält es deshalb für wichtig, Migräne nicht als eine lose Abfolge von Schmerzattacken zu begreifen, sondern mehr als chronische Krankheit. „In diesem Sinn hat Migräne Gemeinsamkeiten mit Asthma. Zwischen den einzelnen Anfällen fühlen sich die Patienten gut, aber unter der Oberfläche tut sich einiges und in Wahrheit sind sie nicht gesund“, sagt Lipton.
Dessen müssten sich die Ärzte und die Patienten bewusst sein. Denn gegen die Risikofaktoren könne man aktiv etwas tun: „Migränepatienten sollten regelmäßig Sport treiben, nicht rauchen und Übergewicht vermeiden, das senkt auch das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall“, rät der Mediziner.
- Links:
- Ihre Ergebnisse veröffentlichten die New Yorker Forscher in der Onlineausgabe des Fachblattes Neurology.



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