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Redaktion apotheken.de » Herz, Gefäße, Kreislauf

Kranke Kinder durch Passivrauchen


Passivrauchen löst bei Kindern Entzündungen aus


Kinder, die Zigarettenrauch ausgesetzt sind, weisen Entzündungsreaktionen auf, die später das Risiko einer Arterienverkalkung erhöhen – und damit auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Rauchende Eltern gefährden Kinder


Erwachsene können selbst entscheiden ob und wie viel sie rauchen. Sie wissen, dass sie dadurch ein großes Gesundheitsrisiko eingehen. Oft sind aber auch Kinder gezwungen „mitzurauchen“. Die dadurch entstehenden Gesundheitsschäden sind noch nicht ausreichend bekannt.

Forscher aus Stuttgart und Ulm haben nun herausgefunden, dass Kinder, die zum Passivrauchen gezwungen sind, später ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte haben. Bei ihnen lassen sich im Blut Veränderungen des Stoffwechsels und Entzündungsreaktionen nachweisen, die im fortgeschrittenen Alter zu Arterienverkalkung führen. Bei Erwachsenen sind diese Veränderungen bekannt, bei Kindern gab es bisher kaum Erkenntnisse dazu.

Negative Veränderungen ab zehn Zigaretten pro Tag


Die Wissenschaftler analysierten die Blutwerte von über 380 Viertklässlern. Die Ergebnisse verglichen sie dann mit denen von einem Elternfragebogen, den alle Eltern der untersuchten Viertklässler ausgefüllt hatten. Dabei wurde klar: Wenn die Eltern mehr als zehn Zigaretten pro Tag rauchen, zeigen sich im Blut der Kinder Hinweise auf Entzündungen im Körper. Gleichzeitig sind gewisse Blutwerte, die einen funktionierenden Stoffwechsel anzeigen, abgesenkt.

„Diese Anhäufung von negativen Veränderungen erhöht das Risiko der Kinder, vorzeitig an Gefäßverkalkung zu erkranken. Dabei bilden sich an den Wänden der Blutgefäße Ablagerungen, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt führen“, sagt Studienleiter Wolfgang König vom Universitätsklinikum Ulm. Viertklässler leiden selten unter bereits sichtbaren Symptomen, doch die Studie hat gezeigt, dass und wie ihr Körper dennoch auf den gesundheitsschädlichen Tabakrauch reagiert. „In der Kindheit werden viele Grundlagen für die spätere Gesundheit gelegt, deshalb müssen wir über so häufige Einflüsse wie das Passivrauchen mehr wissen“, sagt Prof. König.
Die Forscher wollen deshalb in einer Langzeitstudie das Fortschreiten der Entzündungsreaktionen und die Auswirkungen des veränderten Stoffwechsels beobachten.


01.07.2009 | Von: Stefanie Grutsch