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Krebsgefahr durch Handystrahlen?

Ob Smartphones uns tatsächlich schaden

Smartphones regeln unseren Alltag. Doch bedrohen sie auch unsere Gesundheit? Wie groß die Gefahr von Handystrahlung wirklich ist.

Ob zum Telefonieren, Fotografieren, Musik hören oder um online zu gehen: Das Smartphone ist heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Stets in Reichweite – bei vielen auch nachts –, setzen wir uns rund um die Uhr einem potenziellen Gesundheitsrisiko aus: der Strahlenbelastung, umgangssprachlich auch „Elektrosmog“ genannt, durch elektronische Geräte wie das Handy. Zwar ist die Gefahr der von Mobiltelefonen ausgehenden elektromagnetischen Wellen schon lange Gegenstand kontroverser Diskussionen, doch die Forschungslage ist nach wie vor nicht eindeutig.

Wärmeentwicklung beeinflusst Stoffwechsel

Elektronische Geräte erzeugen ständig elektromagnetische Felder mit unterschiedlichen Frequenzen, auf denen im Falle von Handys Sprache und Nachrichten übertragen werden. Handys senden Strahlung mit hoher Frequenz zwischen 400 Megahertz und 3 Gigahertz aus. Dies reicht, um deutlich spürbar Wärme am Gerät zu erzeugen und damit Stoffwechselprozesse in unserem Körper zu beeinflussen. Auf Dauer nicht ungefährlich ist diese Wärmeentwicklung für empfindliche Körperregionen wie Augen, Gehirn und Hoden.

46 Prozent der Smartphones „strahlungsarm“

Unklar ist, ob eine hohe Strahlenbelastung auch zu einer höheren Krebsgefahr führt. Im Gegensatz zu den sehr hochfrequenten Röntgen- oder Gammastrahlen – sogenannte ionisierende Strahlen – sind Mobilfunkstrahlen nicht ionisierend. Sie dringen daher nur wenige Zentimeter tief ins menschliche Gewebe ein und verändern nicht das Erbgut. Die Strahlenbelastung durch Smartphones ist zudem durch Grenzwerte reglementiert. Derzeit gelten entsprechend dieser Grenzwerte 46 Prozent der Smartphones auf dem Markt als „strahlungsarm“. Dennoch sind die Auswirkungen einer dauerhaften Bestrahlung durch das Smartphone am Ohr oder in der Hosentasche bislang kaum bekannt.

Problem: Mangel an Langzeitstudien

Laut dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums konnten Laborversuche bislang keine Zellschädigungen zeigen. Dennoch gibt es vereinzelte, nicht reproduzierte Studien, die eine Häufung bestimmter Hirn- und Hörnervtumoren aufzeigen. Starke elektromagnetische Felder können laut dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) Lern- und Gedächtnisstörungen begünstigen. Ein generelles Problem ist auch der Mangel an Langzeitstudien zur Strahlenbelastung – gerade die Gefahr für Kinder muss noch näher erforscht werden. Die WHO stuft Mobiltelefone aus diesen Gründen als „möglicherweise krebserregend“ ein.

Persönliche Strahlenbelastung geringhalten

Das BfS empfiehlt, die persönliche Strahlenbelastung möglichst gering zu halten. Dies ermöglichen zum Beispiel Headset und Freisprechanlage, durch die das Handy beim Telefonieren nicht direkt ans Ohr gehalten werden muss. Eine übergroße Sorge vor der Handystrahlung ist jedoch ebenfalls nicht sinnvoll: Vereinzelt kommt es in der Bevölkerung zu Fällen sogenannter „elektromagnetischer Hypersensibilität“, bei der Betroffene den „Elektrosmog“, der unter anderem von Handys ausgehe, als schmerzhaft wahrnehmen. Unter Experten ist das Leiden jedoch hoch umstritten und nicht wissenschaftlich anerkannt.

Quelle: PTA 8/2017


07.06.2017 | Von: Leonard Olberts; Bildrechte: wavebreakmedia/Shutterstock


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