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Redaktion apotheken.de » Gesund leben | Vorsorge » Forschung verstehen

Künstliche Hornhaut entwickelt


Künftig neues Augenlicht durch Hornhaut aus dem Labor


Kanadische Forscher haben eine künstliche Hornhaut aus synthetischem Kollagengewebe entwickelt. In einem ersten Test konnten sie damit Patienten mit Hornhautschädigung das Augenlicht wiedergeben. Bislang war das nur durch die Spende einer menschlichen Hornhaut möglich.

Zehn Jahre Entwicklungszeit

Ohne die durchsichtige Hornhaut des Auges ist Sehen unmöglich. Doch als äußerste Hautschicht über der Iris ist sie auch am meisten Gefahren ausgesetzt: Entzündungen, Verletzungen, verschiedene Krankheiten können sie trüben und schädigen und so zum Verlust des Sehvermögens führen. In solchen Fällen waren die Patienten bislang auf die Spende einer menschlichen Hornhaut angewiesen und aus Mangel daran kann vielen nicht geholfen werden.

Das soll sich nun ändern. Seit über zehn Jahren sucht die kanadische Forscherin May Griffith nach einem Weg, die Hornhaut auf künstliche Weise zu ersetzen. Sie verwendet dazu Kollagen – das Material aus dem auch die menschliche Hornhaut besteht – allerdings synthetisch hergestellt. Durch Schmelzen bringt sie es in die Form einer echten Hornhaut. Als sie mit dem Ergebnis so zufrieden war, dass sie es an Menschen testen konnte, kooperierte sie mit Per Fagerholm von der Augenklinik der Universität Linköping in Schweden. Zehn Patienten mit geschädigter Hornhaut sollten eine synthetische Hornhaut bekommen.

Sicher und wirksam: Hoffnung für alle Patienten

Bei jedem von ihnen ersetzte Fagerholm die geschädigte Hornhaut eines Auges mit der neuen, künstlichen. Zwei Jahre sind seither vergangen und die Transplantation erweist sich als Erfolg: Die Hornhaut ist mit dem Rest des Auges verwachsen, es gab keinerlei Abstoßungsreaktionen und die Patienten sehen auf dem behandelten Auge wieder normal.

Zwar sei die Sehkraft nicht so gut wie nach der Transplantation von menschlichen Hornhäuten, sagen die Wissenschaftler, doch die Behandlung ist für die Patienten sicherer: Da keine Abstoßungsreaktion droht, müssen sie keine Medikamente nehmen, die das eigene Immunsystem unterdrücken und sind nicht der damit einhergehenden hohen Erkrankungsgefahr ausgesetzt. Einen zweiten Vorteil haben synthetische Hornhäute: Den Millionen Patienten weltweit, die vergeblich auf einen Spender hoffen, könnte künftig geholfen werden.


26.08.2010 | Von: Stefanie Grutsch