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Redaktion apotheken.de » Herz, Gefäße, Kreislauf

Kunstherz statt Transplantation


400 Gramm für ein neues Leben


Die 34 Jahre junge Randi Blöcker kann wieder lachen. Im Januar wurde ihr am Universitätsklinikum Essen ein „Mini-Kunstherz“ implantiert, ohne das sie nicht hätte weiterleben können. Die kleine Pumpe soll Randi Blöckers Herz langfristig unterstützen und erlaubt ihr auch ohne Transplantation ein selbstständiges Leben. Nach einem schweren Herzinfarkt konnte ihr Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen.

Wartezeit kam nicht in Frage


Nachdem die ersten medizinischen Maßnahmen der jungen Frau nicht helfen konnten, entschieden die Ärzte der Uniklinik sich für die Implantation des Mini-Kunstherzens. „Eine Herztransplantation, die immer eine gewisse Wartezeit mit sich bringt, kam für die Patientin aufgrund der akuten Handlungsnotwendigkeit zunächst nicht in Betracht“, sagt Artur Lichtenberg, der Randi Blöcker operierte.

Das Mini-Kunstherz saugt das Blut aus der Herzspitze ab und pumpt es direkt in die Hauptschlagader. So umgeht es die geschädigte linke Herzkammer von Randi Blöcker, während ihre rechte Herzhälfte weiterhin selbstständig arbeitet.

Neue Technik ist langlebiger


Seit etwa fünf Jahren werden in Deutschland solche Mini-Kunstherzen erfolgreich eingesetzt, um die Zeit bis zur Herztransplantation zu überbrücken. Doch das Herz von Randi Blöcker kann mehr. „Es ist den Vorläufermodellen in vielen Punkten überlegen“, sagt Lichtenberg. „Die Pumpe wiegt nur 400 Gramm und ist so klein, dass sie vollständig implantiert werden kann.“ Dadurch ist die Gefahr geringer, dass sich Blutgerinnsel bilden. Außerdem ist das Herz viel langlebiger weil eine neue Bauart Verschleiß verhindert.

Die Batterien außerhalb des Körpers versorgen Blöckers Herz über ein dünnes Kabel bis zu 15 Stunden mit Energie. Ladestation und Ersatzbatterien hat sie bei sich zu Hause immer einsatzbereit. Außerdem trägt die junge Frau einen „Controller“ am Gürte, der steuert, wie schnell ihr Herz schlägt.

Herzen wie das von Randi Blöcker sind eine neue Behandlungsmöglichkeit, wenn Medikamente und Schrittmacher nicht mehr helfen und eine Herztransplantation nicht möglich ist. Meist wird es aber auch in Zukunft die Wartezeit auf ein Spenderherz überbrücken.


19.03.2010 | Von: Stefanie Grutsch