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Diagnosefinder
Leukämie: Neues Medikament zugelassen
Präparat Ofatumumab wirksam bei lymphatischer Leukämie
Bereits seit einigen Jahren behandeln Mediziner Leukämiepatienten mit Antikörpern. Ihr Ziel: eine Therapie zu etablieren, die im Gegensatz zur Chemotherapie keine körpereigenen Zellen, sondern nur Krebszellen abtötet und dadurch weniger Nebenwirkungen hat. Das neue Antikörperpräparat Ofatumumab wurde kürzlich von der Arzneimittelbehörde zur Behandlung von chronisch lymphatischer Leukämie zugelassen.
Immunabwehr stark geschwächt
Bei Menschen, die an chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) leiden, vermehren sich geschädigte körpereigene Immunzellen – die B-Zellen – ungehindert. Sie entarten und sind in der Folge nicht mehr in der Lage, ihre eigentliche Funktion in der Abwehr von Krankheitserregern zu erfüllen. Auch verdrängen sie andere wichtige Blut- und Immunzellen und schwächen dadurch das Immunsystem massiv.
Antikörper zerstört krankhafte B-Zellen
Der Antikörper Ofatumumab wirkt diesen Schäden entgegen, indem er die entarteten B-Zellen gezielt erkennt und abtötet. B-Zellen besitzen ein bestimmtes Eiweiß auf ihrer Oberfläche. Ofatumumab erkennt dieses Eiweiß und heftet sich fest daran. Durch diese Bindung wird die Immunabwehr aktiviert und die schädlichen B-Zellen schließlich abgetötet.
Überlebensrate von etwa einem Jahr
In der Studie zur Zulassung wurden 154 CLL-Patienten mit Ofatumumab behandelt. Sie hatten zuvor die Medikamente Fludarabin und Alemtuzumab erhalten, sprachen aber auf diese Behandlung nur wenig oder gar nicht an. Auf die Behandlung mit Ofatumumab hingegen reagierten sie gut. Bei 58 Prozent von ihnen erwies sich der Antikörper als wirksam. Ofatumumab hemmte die Erkrankung über 5,7 Monaten, insgesamt verlängerte er die Überlebensrate der Patienten um 13,7 Monate.
Nicht ganz ohne Nebenwirkungen
Obwohl die Patienten gut auf den Antikörper ansprachen, kam es zu unerwünschten Nebenwirkungen. Da die B-Zellen durch die Therapie komplett vernichtet werden, ist die Immunabwehr der Patienten insgesamt geschwächt. Daher sind sie auch sehr anfällig für Infektionen. So traten bei etwa zehn Prozent der Studienteilnehmer Infektionen der Atemwege sowie Hautausschläge auf. Auch verminderten sich die Anzahl roter Blutkörperchen und die Anzahl neutrophiler Granulozyten, das sind spezielle weiße Blutkörperchen. Außerdem kam es, insbesondere zu Therapiebeginn, zu Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost oder Nesselsucht.
Weitere klinischen Studien notwendig
Aufgrund des Wirkmechanismus nehmen die Wissenschaftler an, dass Ofatumumab auch bei anderen bösartigen B-Zell-Erkrankungen wie Lymphomen wirkt. Um zu klären, ob dies der Fall ist, sind weitere klinische Studien notwendig. Auch die Arzneimittelbehörde erteilte im Zusammenhang mit der Zulassung die Auflage, weitere Studiendaten zur Wirkung des Antikörpers zu liefern.



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