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Männer scheuen Krebsvorsorge
Die Ausreden der Vorsorgemuffel
Männer sind Vorsorgemuffel: Nur jeder vierte geht zur jährlichen Krebs-Früherkennung. Dagegen lassen sich sechs von zehn Frauen regelmäßig untersuchen. Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ist den Ausreden der Vorsorgemuffel auf den Grund gegangen. Das Ergebnis: Sechs von zehn Befragten gehen nur zum Arzt, "wenn sie wirklich krank sind". Jeder Fünfte sagt sogar: "Früherkennung betrifft mich nicht – ich bin doch gesund!"
Vielen Menschen sind die Untersuchungen einfach unangenehm. Das sagten vier von zehn Befragten. Jeder vierte Mann und jede sechste Frau gaben zudem an, dass ihnen die Zeit fehlt, sich um das Thema zu kümmern. "Gerade das 'starke Geschlecht' legt anscheinend mehr Wert auf ein perfekt gepflegtes Auto, als auf den eigenen Gesundheits-Check", sagt Dr. Peter Düker, Mediziner bei der TK.
Früh erkannter Krebs ist oft heilbar
Dabei war Krebs im vergangenen Jahr für jeden vierten Todesfall in Deutschland verantwortlich. Wird eine Krebserkrankung früh entdeckt, ist sie jedoch oft noch behandelbar. "Zum Beispiel bei Prostatakrebs sind die Heilungschancen sehr gut, wenn der Tumor in einem frühen Stadium entdeckt wird", sagt Düker. Prostatakrebs ist mit fast 59.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste Krebsart bei Männern. "Auch ein Großteil aller Darmkrebs-Tumoren könnte durch eine rechtzeitige Vorsorge schon in seinen Vorstufen erkannt und in vielen Fällen sogar direkt bei der Darmspiegelung entfernt werden", sagt der Mediziner. Dennoch war im vergangenen Jahr nur jeder hundertste TK-Versicherte über 55 bei der Darmspiegelung. Gerade diese Untersuchung ist vielen Menschen unangenehm und sie gehen ihr aus dem Weg.
Die Studie zeigt darüber hinaus, dass nur die wenigsten Deutschen über das Thema Früherkennung Bescheid wissen. 41 Prozent der Befragten wissen gar nicht, auf welche Untersuchungen sie Anspruch haben. Und jeder dritte Mann gab sogar an, dass er sich über Vorsorge noch gar keine Gedanken gemacht hat. Insgesamt hat sich jeder Vierte noch nie über das Thema Früherkennung informiert. Dükers Fazit: "Alle Beteiligten, von den Krankenkassen über die Politik bis zu den Ärzten, sollten noch stärker für Früherkennung werben."
Früherkennung auf Kassenkosten
- Männer haben ab 45 Jahren Anspruch auf die jährliche Krebs-Früherkennung. Darin untersucht der Arzt neben der Haut und den äußeren Genitalien vor allem die Prostata.
- Frauen können ab 20 Jahren zur jährlichen Krebsvorsorge gehen. Dabei untersucht der Arzt die Genitalorgane und macht einen Abstrich, der auf Krebszellen untersucht wird. Ab 30 Jahren kommen eine Untersuchung der Brust und der Haut hinzu und ab 50 können Frauen zusätzlich an dem so genannten Mammographie-Screening teilnehmen. Die Mammographie kann helfen, einen Tumor in der Brust möglichst früh zu erkennen.
- Frauen und Männer ab 35 Jahren haben zusätzlich alle zwei Jahre Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening. Ab 50 gehört bei Männern wie Frauen die Darmkrebsfrüherkennung mit einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl zur Vorsorge und ab 55 alle zehn Jahre die Darmspiegelung. Wer sich gegen diese so genannte Koloskopie entscheidet, kann alternativ auch nach dem 55. Geburtstag weiterhin alle zwei Jahre den Stuhltest machen.



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