Gesund leben | Vorsorge
Eltern und Kind
Gesundheit und Politik
Krankheiten | Therapie
Premium Gesundheitsinfos
Archiv
« |
Mai - 2012 | » |
||||
| S | M | D | M | D | F | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 01 | 02 | 03 | 04 | 05 | ||
| 06 | 07 | 08 | 09 | 10 | 11 | 12 |
| 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |
| 20 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 |
| 27 | 28 | 29 | 30 | 31 | ||
Diagnosefinder
Magensäuremangel schwächt Knochen
Mangel an Magensäure verursacht Knochenschwund
Mediziner vom Universitätsklinikum Hamburg haben nachgewiesen, dass eine gestörte Magensäurebildung zu Knochenschwund (Osteoporose) führt. Davon sind vor allem Patienten betroffen, die Protonenpumpenhemmer nehmen. Das sind Medikamente, die die Bildung von Magensäure vermindern.
Kalziumaufnahme blockiert
Wenn sich bestätigt, was die Hamburger Forscher in einer Studie herausgefunden haben, betrifft das Millionen Menschen. Protonenpumpenhemmer bekommen Patienten mit Magengeschwüren, Speiseröhrenentzündung oder Gastritis. Auch Menschen, die andere Medikamente nehmen, die Magen und Darm schädigen, werden begleitend mit Protonenpumpenhemmern therapiert. Ein Beispiel dafür ist die dauerhafte Einnahme von ASS, dem Wirkstoff von Aspirin, zur Blutverdünnung. Die Protonenpumpenhemmer verringern die Bildung von Magensäure, indem sie den sauren Bestandteil des Magensaftes blockieren.
Die Studie des UK Hamburg deutet nun darauf hin, dass die fehlende Magensäure die Kalziumaufnahme aus der Nahrung behindert. In der Folge entwickelt sich eine Osteoporose und die Knochen werden brüchig. Damit fanden die Wissenschaftler die Ursache des in großen klinischen Studien gezeigten, aber bisher unverstandenen erhöhten Knochenbruchrisikos von Patienten mit unterschiedlichen Magenerkrankungen, die mit Säureblockern therapiert werden.
Ausgleichende Therapie möglich
Das interdisziplinäre Team um Thorsten Schinke und Michael Amling vom UK Hamburg, hat auch herausgefunden, wie sich die Nebenwirkung der Protonenpumpenhemmer umgehen lässt. Eine gleichzeitige Behandlung mit einem Kalzium-Präparat auf Basis von Calciumglukonat verhindert, dass Osteoporose durch gestörte Magensäurebildung entsteht. Calciumglukonat wird vom Körper auch ohne die Hilfe von Magensäure aufgenommen. So ersetzt es das Kalzium aus der Nahrung, das durch den Magensäuremangel nicht verarbeitet werden kann. Derzeit sind aber 95 Prozent aller in Deutschland verkauften Kalziumpräparate nicht auf Basis von Calciumgluconat sondern auf Basis von Calciumcarbonat hergestellt, das bei Magensäuremangel vom Körper gar nicht aufgenommen wird.
Behandelnde Ärzte können dem Osteoporose-Risiko also vorbeugen, wenn sie Patienten, die Protonenpumpenhemmer bekommen, gleichzeitig das richtige Kalziumpräparat verschreiben.
- Links:
- Die Studie wurde veröffentlicht in der Zeitschrift Nature Medicine, Nr. 15 2009.



zurück