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Masern breiten sich in München aus


Impfschutz gegen Masern nicht vernachlässigen


Aus Bulgarien wurden sie eingeschleppt und breiten sich jetzt auch in München aus: die Masern. Die vermeintlich harmlose Kinderkrankheit kann für Jugendliche und Erwachsene gefährlich werden, wenn sie nicht eine Impfung schützt. In München wurden mittlerweile 35 Fälle gemeldet: Seit Anfang Juni sind 13 Kinder im Alter von 2 bis 17 Jahren und 21 Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren erkrankt.

Gehirnentzündung droht

Unter den Infizierten sind Kinder von vier verschiedenen Schulen, sodass mit einer weiteren Ausbreitung der Masern zu rechnen ist, wie der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) warnt. Besonders hoch sei das Risiko für Komplikationen bei Säuglingen, aber auch mit steigendem Alter oder einem geschwächten Immunsystem. „Lungen-, Augen- und Mittelohrentzündung sind häufige Begleiterscheinungen. Besonders gefürchtet ist die so genannte Masernenzephalitis, eine Entzündung des Gehirns“, sagt Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach von der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin.

Davon ist auch eine Patientin aus dem Landkreis München betroffen, die wegen einer Gehirnentzündung infolge der Masern im Krankenhaus behandelt werden musste. Auch dort, wo diese Epidemie angefangen hat, in Bulgarien, konnte sie noch nicht eingedämmt werden. (apotheken.de berichtete) Seit April 2009 haben sich dort fast 23.000 Menschen angesteckt und 24 Menschen sind an den Folgen gestorben.

Dringend Impfschutz überprüfen

Junge Erwachsene, die keinen oder nur einen unvollständigen Impfschutz haben und auch nicht in ihrer Kindheit erkrankt waren, sollten die Impfung möglichst bald nachholen, raten die Kinderärzte. Eine Impfung gegen Masern ist in Deutschland seit 1973 empfohlen, doch die erhoffte Ausrottung der Krankheit blieb bislang aus. Dafür wäre eine Impfrate von 95 Prozent nötig – doch daran hapert es vor allem bei der zweiten Impfung. Für einen vollständigen Impfschutz sind nämlich zwei Impfungen notwendig und die zweite wird häufig vernachlässigt. „Die Mehrheit der Deutschen mit Anfang Zwanzig und etwa zwei Drittel der neunjährigen Grundschüler sind nicht komplett immun gegen Masern. Auch Menschen mit etwa 38 Jahren und älter sind – wenn sie nicht als Kind Masern durchgemacht haben – gar nicht geschützt“, warnt Lindlbauer-Eisenach.

Im Idealfall sollten Kinder in Deutschland die erste Impfung gegen Masern zwischen dem vollendeten 11. und dem 14. Lebensmonat, die zweite dann im zweiten Lebensjahr erhalten. Meist wird dabei ein Kombinationsimpfstoff verabreicht, der zugleich vor Mumps, Röteln und Windpocken schützt. Für Erwachsene ist die Masernimpfung in Kombination mit Mumps und Röteln zugelassen.


30.06.2010 | Von: Stefanie Grutsch