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Redaktion apotheken.de » Eltern und Kind » Vorsorge für Kinder

Löffel ist nicht gleich Löffel


Medikamente nicht mit Ess- und Teelöffeln dosieren


Was beim Kuchenbacken egal ist, darf beim Dosieren von Medikamenten nicht sein: Mengenangaben nach Ess- oder Teelöffeln sind ungenau und variieren in der Praxis stark. Darauf weisen aktuell griechische Mediziner hin, die die Füllmengen der diversen Haushaltslöffel und damit die Dosierung solcher Medikamente in einer Studie prüften.

Unterschiede in der Besteckschublade

Jeder hat das aus seiner Kindheit in Erinnerung: Bei Husten, Erkältung und anderen Krankheiten hieß es „Mund auf“ und schon hat man einen Löffel voll süßem oder ekligem Saft geschluckt. Die Erinnerung ist vielleicht bei allen gleich, doch die Löffel waren es bestimmt nicht. Denn in mancher Besteckschublade lag großes, in mancher kleines Besteck. Die eine Mutter hat den Löffel randvoll gemacht, die andere lieber nicht. Noch immer wird nicht jedes Medikament mit einem exakten Dosierlöffel ausgestattet und selbst wenn, geht dieser oft schnell verloren.

Schwankungen um Faktor 3

Mediziner des Alfa Instituts für Biomedizinische Wissenschaften in Athen haben die Löffel von 25 Haushalten untersucht, 71 Esslöffel und 41 Teelöffel insgesamt. Der größte Esslöffel konnte fast dreimal so viel Flüssigkeit fassen wie der kleinste: 7,3 ml statt 2,5. Auch bei Teelöffeln, deren Größe standardisierter ist, gab es Unterschiede: zwischen 3,9 und 4,9 ml schwankten sie.

Die griechischen Ärzte warnen deshalb davor, flüssige Medikamente mit solchen Löffeln zu dosieren. Sie empfehlen, die Flüssigkeit zuerst mit einer Spritze ohne Nadel aufzuziehen, was eine ganz genaue Dosierung erlaubt, und erst dann mit dem Löffel zu verabreichen.

 


16.07.2010 | Von: Stefanie Grutsch